Special und Live-Übertragung zu 20 Jahren "Arsch huh" 80.000 Menschen erneuern Schwur gegen rechts

Mit rund 30.000 Zuschauern hatten die Veranstalter gerechnet, doch es kamen fast so viele wie vor 20 Jahren, um unter dem Motto "Arsch huh – Zäng ussenander" ("Aufstehen und Stimme erheben") gegen Rassismus, Ausgrenzung und soziale Spaltung zu demonstrieren.

Eindrücke von der Kundgebung "Arsch huh" Video Arsch huh, Zäng ussenander 2012 (Arsch huh AG) (07:27 Min.) Spezial vom 09.11.2012

Arsch huh, Zäng ussenander 2012 (Arsch huh AG)


Es kamen so viele, dass die Kapazität des Geländes am Rheinufer zwischen Deutzer- und Severinsbrücke schon gegen 19 Uhr erschöpft war. Eine angrenzende Hauptstraße musste für Autos und Straßenbahnen gesperrt werden, damit von dort aus noch Zuschauer am Geschehen teilhaben konnten.Viele der Bands und Künstler, die schon vor 20 Jahren dabei waren, standen wieder auf der Bühne: Bap, Bläck Fööss, Brings, um den "Schwur gegen rechts" - wie es Wolfgang Niedecken formulierte - zu erneuern. Aber es waren auch viele junge und internationale Bands dabei, so dass ein bunt gemischtes Programm entstand. Zwischen der Musik von Bantu, Chupacabras, Athena oder Trovaci gab es außerdem Kabarettistisches von Wilfried Schmickler, Carolin Kebekus oder Nachdenkliches von Sonja Mikich oder Elke Heidenreich.


Eindrücke von der Kundgebung "Arsch huh"

Zum Schluss erwartete das Publikum noch ein doppeltes Finale. Nach der "Arsch-Huh-Hymne" von vor 20 Jahren sangen die Künstler dieses Mal noch einen Song der Bläck Fööss: "Unser Stammbaum". Das Lied erzählt davon, wie die Wurzeln von Menschen aus aller Herren Länder in einer Stadt wie Köln zu einem Stammbaum zusammenwachsen.

Wolfgang Niedecken mit Steffi Neu im WDR 2 Studio Video Wolfgang Niedecken vor "Arsch huh" im WDR 2 Studio (09.11.2012) Westzeit vom 09.11.2012

Wolfgang Niedecken vor "Arsch huh" im WDR 2 Studio (09.11.2012)

Am 9. November 1992 versammelten sich 100.000 Kölner auf dem Clodwigplatz, um mit lokalen Künstlern wie Bap oder den Bläck Fööss gegen Rassismus, Ausgrenzung und Neonazis zu demonstrieren. Das Konzert und die Kundgebung waren 1992 auch eine Reaktion auf die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen.


Arsch huh 1992

Die Neuauflage 20 Jahre wollte den Faden wieder aufnehmen will deutlichmachen, dass noch viel zu tun ist. WDR 2 hat die Kundgebung in einer Sondersendung übertragen. WDR Intendantin Monika Piel hatte die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen.