NRW-Ausbildungsmarkt im Juli Noch 25.000 Stellen frei

Zum Beginn der Ausbildungsjahres am Mittwoch (01.08.2012) gibt es in Nordrhein-Westfalen noch fast 25.000 freie Ausbildungsplätze. Allerdings suchen auch noch rund 33.000 Jugendliche eine Stelle.

Die meisten freien Lehrstellen gibt es in Düsseldorf und in Köln. In beiden Städten warten noch jeweils fast 1.800 Stellen auf die passenden Azubis. Düsseldorf ist auch proportional Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen: In der Landeshauptstadt kommen auf einen Bewerber eineinhalb freie Ausbildungsstellen.

Nicht in ganz NRW ein Überangebot


Dieses Überangebot an Lehrstellen in den rheinischen Großstädten lässt sich allerdings nicht auf ganz Nordrhein-Westfalen übertragen. In weiten Teilen des Landes ist die Lage weniger rosig. So kommen zum Beispiel in Solingen, Recklinghausen oder Herford zwei Bewerber auf einen Ausbildungsplatz.


Logo der Agentur für Arbeit auf einer Glastüre
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Logo der Agentur für Arbeit auf einer Glastüre

Mehr Lehrstellen, aber auch mehr Bewerber


Die von der Agentur für Arbeit am Dienstag (31.07.2012) veröffentlichten Zahlen zum Ausbildungsmarkt haben es in sich - oder anders gesagt, sie sind schwer zu interpretieren. Im Jahr 2012 sind bis Ende Juli bereits mehr Ausbildungsstellen als im vergangenen jahr angeboten worden. Doch trotz des sich andeutenden demografischen Wandels, trotz des Rückgangs bei den Schulabgängern, hat die Zahl der Bewerber um betriebliche Ausbildungsstellen zugenommen.

Doppelter Abiturjahrgang 2013 wirft Schatten voraus


Konkret gibt es ein Plus von 2 Prozent bei den betrieblichen Stellen (2012: 96.406 Ausbildungsstellen), aber eine Zunahme bei den Bewerbern von 6,9 Prozent (2012: 130.354 gemeldete Bewerber). Zu diesem Anstieg bei den Bewerbern kommt es unter anderem auch, weil viele Jugendliche auf einen Auslandsaufenthalt oder ein freiwilliges soziales Jahr verzichten. Oder sogar ein Studium erst einmal verschieben. Das hat einen Grund: Im kommenden Jahr wird die Konkurrenz um freie Lehrstellen noch einmal schärfer werden, denn dann drängen mit dem doppelten Abiturjahrgang deutlich mehr Abiturienten auf den Ausbildungsmarkt.

Agentur für Arbeit appelliert an Ausbildungsbetriebe

Die Agentur für Arbeit appelliert an alle Ausbildungsbetrieb, die bis jetzt noch keinen Azubi gefunden haben, "auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die formal nicht alle Voraussetzungen mitbringen". Angesichts des Fachkräftebedarfs der Zukunft müsse verhindert werden, dass Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Denn Jugendliche, die jetzt keine Lehrstelle finden, werden es im kommenden Jahr kaum leichter haben. Die Gefahr besteht, dass viele dieser jungen Leute gar nicht mehr weiterqualifiziert werden.


Stand: 31.07.2012, 15.46 Uhr