Karriere für Flexible Arbeiten im Ausland

Von Linda Staude

Zusätzliche Berufserfahrung, ein Karriereschub, eine Chance auf einen Arbeitsplatz, den es in Deutschland nicht gibt – Gründe für die Jobsuche jenseits der Grenzen zumindest auf Zeit gibt es genug. Wer das auf eigene Faust erreichen will, muss flexibel sein - und Glück haben.

Einen Job außerhalb der EU zu finden, kann schon am Visum scheitern. In vielen Ländern hängt die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis von der eigenen Qualifikation ab: Gibt es keinen Einheimischen, der die Arbeit erledigen könnte, oder werden Angehörige bestimmter Berufsgruppen händeringend gesucht, bekommt ein Bewerber Papiere. Alle anderen haben keine Chance.


Ein mann steht vor einer Weltkarte, auf der die jewielige Ortszeit eingeblendet ist.
Bild 1 vergrößern +

Innerhalb Europas gibt es zumindest keine Probleme mit dem Umzug. Es herrscht Freizügigkeit, d.h. jeder kann leben und arbeiten, wo er will. (Ausnahme: Für einige neue Mitglieder der Union gelten Übergangsfristen) Das heißt aber nicht, dass ein Job leicht zu finden ist. In vielen EU-Ländern ist die Arbeitslosenquote deutlich höher als in Deutschland, die Arbeitsplatzsuche also schwierig.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Gut ausgebildete Arbeitnehmer sind auch jenseits der Grenzen gefragt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben Facharbeiter, Ingenieure, IT-Fachleute und medizinisches Personal generell gute Aussichten auf einen Arbeitsplatz. Die Nachfrage unterschiedet sich jedoch von Land zu Land. In Belgien zum Beispiel werden Architekten und Elektrotechniker gesucht, in Großbritannien unter anderem Mathematiklehrer und Köche, während in Norwegen Kraftfahrer und Hotelfachkräfte eingestellt werden. Den besten Überblick über die Nachfrage haben die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit und die europäische Agentur EURES.

Wettbewerbsvorteile

Das zweistufige Ausbildungssystem in Deutschland, das Berufsschule und Betrieb miteinander kombiniert, genießt im europäischen Ausland einen guten Ruf. Einen echten Wettbewerbsvorteil haben allerdings vor allem Bewerber, die zweisprachig sind. Zwar gibt es in vielen Ländern große Unternehmen, die auch Mitarbeiter einstellen, die nur englisch beherrschen. Aber die besten Chancen hat, wer sich fließend in der Landessprache verständlich machen und sie auch schreiben kann.

Soziale Sicherheit

Wer jenseits der deutschen Grenzen einen Arbeitsplatz sucht, muss sich auch mit dem Arbeitsrecht und dem Sozialversicherungssystem des Gastlandes auseinandersetzen. Arbeitsverträge, Renten- und Krankenversicherung unterscheiden sich meist beträchtlich vom gewohnten. Und soll der Job im Ausland lediglich zeitlich befristet sein, sollte der Bewerber sicherstellen, dass er nach der Rückkehr keine finanziellen Einbußen bei der Rente befürchten muss oder dass er problemlos in die Krankenkasse zurück kann. Innerhalb der EU gibt es Möglichkeiten, sich Versicherungszeiten im Ausland anerkennen zu lassen. Formulare gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.

Jobsuche

Die einfachste Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten, ist die Entsendung durch den bisherigen deutschen Arbeitgeber. Wer nicht das Glück hat, bei einem Unternehmen mit Dependancen oder Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands beschäftigt zu sein, muss sich selbst auf die Suche machen und bewerben. Bei der Übersetzung von Berufsbeschreibungen und Zeugnissen helfen die englischen und französischen Versionen des Bundesinstituts für Berufsbildung. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur und die europäische Agentur EURES haben sich auf die Vermittlung von Jobs in der EU spezialisiert. Außerdem gibt es auch zahlreiche Stellenbörsen im Internet.

Audio


Stand: 05.09.2011, 12.39 Uhr