Bye-bye Deutschland Tipps für Auswanderer

Von Linda Staude

Die Koffer packen und Deutschland den Rücken kehren - nicht für ein paar Wochen im Urlaub, sondern endgültig. Im vergangenen Jahr haben gut 140.000 Deutsche den Sprung über die Grenze gewagt. Aber ohne sorgfältige Vorbereitung kann der Traum vom Neuanfang ganz schnell zum Alptraum werden.

USA, Kanada, Australien – daran denken die meisten Menschen, wenn sie vom Auswandern träumen. Tatsächlich bleiben Auswanderer in der Mehrzahl sehr viel näher an der alten Heimat. Den Löwenanteil von ihnen zieht es in europäische Ausland, zuallererst in die Schweiz und nach Österreich. Kein Wunder, umgehen sie so doch die zwei größten Hürden auf dem Weg zum Neustart jenseits der Grenze: Die Probleme mit Sprache und Aufenthaltserlaubnis.


Ein Deutscher schaut eingewickelt in eine Nationalflagge auf das südafrikanische Meer
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Sprachbarrieren

Wer in einem fremden Land leben und vor allem seinen Lebensunterhalt verdienen will, hat schlechte Karten, wenn er in der Landessprache gerade mal ein Bier bestellen kann. Die Sprachkenntnisse müssen ausreichen, um mit potentiellen Arbeitgebern oder Vermietern zu verhandeln und bei Behördengängen nicht schon am ersten Formular zu scheitern. Beherrscht der Auswanderer die Sprache nicht fließend in Wort und Schrift, sollte er das Projekt verschieben - und büffeln, bis er es kann.

Einreisebestimmungen

Reisende aus Deutschland sind es gewohnt, problemlos allein mit dem Reisepass über viele Grenzen zu kommen. Bei exotischeren Reisezielen braucht man höchstens mal ein Touristen-Visum, das etwas Zeit und eine Gebühr kostet, aber ansonsten eher eine Formalität ist. Geht es aber um neue Dauer-Bewohner, sind viele Staaten nicht mehr so großzügig. Innerhalb der EU gibt es (fast) keine Probleme: Jeder darf wohnen und arbeiten, wo er will. Aber das ist die Ausnahme.

Beispiel USA

Wer nicht gerade Glück hat und bei der jährlichen Lotterie eine Green Card gewinnt oder enge Verwandte in den USA hat, für den ist es schwierig, sich in Amerika niederzulassen. Seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 werden selbst Bewerber um ein Studentenvisum streng überprüft. Die Hürden für Einwanderungsvisa sind noch höher: Erwünscht sind hochqualifizierte Wissenschaftler, Künstler, Sportler und Angehörige von Berufsgruppen, die in den USA knapp besetzt und deshalb gesucht sind. Auch Investoren, die Geld mitbringen und Arbeitsplätze schaffen, sind willkommen. Alle anderen haben schlechte Karten. Auch für Kanada, Australien oder Neuseeland gelten ähnlich strikte Einschränkungen, die man auf den Internetseiten der jeweiligen Botschaften nachlesen kann.

Arbeitsmarkt

Der einfachste Weg, auch im Ausland genug Geld zu verdienen, ist, bereits mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche anzureisen. (Ganz nebenbei erleichtert das auch die Ausstellung eines Visums.) Wem es nicht im Vorfeld gelungen ist, einen Job zu finden, sollte zum einen genügend Erspartes besitzen, um die erste Durststrecke ohne eigenes Einkommen zu überbrücken. Zum anderen empfiehlt sich auch eine intensive Recherche über Arbeitsmarkt und Verdienstmöglichkeiten. Wichtig auch: Wird die eigene Ausbildung oder der Studienabschluss anerkannt.

Sozialversicherung

Das Sozialversicherungssystem in Deutschland ist ziemlich einzigartig in der Welt. In den meisten anderen Ländern müssen die Einwohner selbst für das Alter, Arbeitslosigkeit und Krankheit vorsorgen. Speziell um die Krankenversicherung – obwohl in vielen Ländern teuer – sollten Auswanderer sich umgehend kümmern. Denn eine Krankenhausaufenthalt oder eine Operation aus eigener Tasche zu bezahlen, kann den finanziellen Ruin bedeuten.

Beratung

Ein neues Leben in einem fremden Land zu beginnen, ist riskant und mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Eine Beratung – zum Beispiel von den Beratungsstellen des Bundesverwaltungsamtes – kann eine Menge Probleme bereits im Vorfeld lösen.

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Stand: 05.09.2011, 12.39 Uhr