Neuausrichtung der Deutschen Bank: Umbau mit Sparkurs
Die neuen Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, haben am Dienstag (11.09.2012) in Frankfurt die Strategie der Bank für die nächsten Jahre vorgestellt.
Diese Vorstellung war erwartet worden, seit Jain und Fitschen Ende Mai dieses Jahres das Amt von Josef Ackermann übernommen hatten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur "neuen" Deutschen Bank:

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Die Bürotürme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
1. Was will die Bank anders machen?
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- Audio: Jain und Fitschen verordnen Deutscher Bank Sparkurs und Kulturwandel (11.09.2012) Ulrich Ueckerseifer / Stefan Vogt, WDR 2 Mittagsmagazin
Die Deutsche Bank hat eine mittelfristige Strategie bis zum Jahr 2015 vorgestellt: Die Bank will sparen und schrumpfen. Mehr als vier Milliarden Euro pro Jahr sollen eingespart werden, vor allem bei den hohen Gehältern und Boni. Boni sollen künftig erst nach fünf Jahren ausgezahlt werden. Außerdem sollen Geschäftsbereiche zusammengelegt werden, dass soll Doppelstrukturen und hohe Kosten künftig vermeiden. Dritte große Veränderung: Ein Teil des Wertpapiergeschäfts soll verkauft werden, damit die Bank in den kommenden Jahren genügend Eigenkapital hat. Dazu wird eine Art interne "Bad Bank" gegründet, in der alles gebündelt wird, was verkauft werden soll. Die Deutsche Bank selbst lehnt den Begriff "Bad Bank" allerdings ab.
2. Sind diese Veränderungen nötig?
Die Kosteneinsparungen scheinen dringend notwendig, denn selbst mit den gesparten Milliarden will die Deutsche Bank deutlich weniger Gewinn machen als in früheren Jahren: Statt 25 Prozent Eigenkapitalrendite wie zu Zeiten Josef Ackermanns hält die Bank nur noch eine Eigenkapitalrendite von rund zwölf Prozent - das Gewinnziel wurde also glatt halbiert. Der Hintergrund: Die Zeiten für Bankgeschäfte sind deutlich härter geworden, vor allem die Gewinnmarge in den einzelnen Geschäften sinkt kontinuierlich.
3. Was bedeutet die Entwicklung für die Kunden?
Das Filialgeschäft in Deutschland wird sich auch verändern, doch noch ist nicht klar, wie. Das will die Deutsche Bank im Oktober bekannt geben.
4. Was bedeutet die Entwicklung für die Mitarbeiter?
Es werden auch Arbeitsplätze verloren gehen. In diesem Jahr sollen knapp 2.000 Jobs wegfallen, davon mit 1.500 Stellen die meisten im Investmentbanking. Insgesamt hat die Deutsche Bank weltweit gut 100.000 Mitarbeiter.
5. Welche Rolle spielt die Bank für Deutschland?
Die Deutsche Bank ist seit vielen Jahren die größte Bank in Deutschland. Darum steht die Bank unter besonderer Beobachtung. Gleichzeitig ist sie die letzte Bank von globaler Bedeutung in Deutschland, die nicht zum Teil dem Bund oder den Ländern gehört.
Stand: 11.09.2012, 14.59 Uhr
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