Friedensnobelpreis: Der norwegische Nobelpreis
Als einziger der Nobelpreise wird der Friedensnobelpreis nicht in Schweden, sondern in Norwegen vergeben. Nach dem Testament des schwedischen Dynamit-Erfinders Alfred Nobel soll er Persönlichkeiten oder Organisationen auszeichnen, die am meisten auf "die Verbrüderung der Völker" hingewirkt haben.
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Die Medaille des Nobelpreises (Fotostrecke 1)
Aus einer Liste von Kandidaten wählt ein fünfköpfiges Gremium, das Nobelkomitee, den Preisträger. Die Mitglieder werden vom norwegischen Parlament, dem Storting, für sechs Jahre gewählt und sollen die parlamentarischen Kräfteverhältnisse widerspiegeln. Auch eine Wiederwahl ist möglich. Den Vorsitz hat derzeit der frühere norwegische Ministerpräsident Thorbjörn Jagland.
Lange Liste muss geschrumpft werden
Vorschläge für die Kandidatenliste können neben den Komiteemitgliedern auch frühere Preisträger, Mitglieder von Regierungen und Parlamenten, Angehörige internationaler Organisationen sowie Universitätsprofessoren für Politik, Geschichte und Philosophie einreichen. Bei der Verleihung soll keine Rücksicht auf die Nationalität genommen werden.
Externe Berater
Das Komitee stellt aus 150 bis 200 Einreichungen eine Short-List aus fünf bis 20 Kandidaten zusammen. Mithilfe von Berichten externer Berater wird die Liste weiter reduziert. Die Entscheidung des Komitees sollte dann einstimmig fallen, in strittigen Fällen reicht aber auch eine einfache Mehrheit.
Warum Verleihung in Norwegen?
Warum der Friedensnobelpreis in Norwegen vergeben wird, ist nicht restlos geklärt. Zum einen stand Schweden bei der Gründung der Preise in einer politischen Union in Norwegen und könnte deshalb von Alfred Nobel die Vergabe eines der Preise überantwortet bekommen haben. Dass Norwegen aus den fünf Kategorien gerade den Friedensnobelpreis vergeben sollte, könnte laut dem Nobelinstitut mehrere Gründe haben: Zum einen hatte Norwegen keine solche militärische Tradition wie Schweden und engagierte sich bereits um die Wende zum 20. Jahrhunderts in der internationalen Konfliktvermittlung. Außerdem hinkte Norwegen nach Angaben des Instituts den Schweden damals auch bei der Forschung in den Naturwissenschaften und der Medizin hinterher und hatte auch keine literarische Institution, der die Vergabe des Literaturnobelpreises zugetraut wurde. So blieb nur der Friedensnobelpreis.
Hoch dotiert
Das Komitee überreicht den mit zehn Millionen schwedischen (und nicht norwegischen) Kronen (1,09 Millionen Euro) dotierten Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.
Stand: 11.10.2012, 16.42 Uhr
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