Airbus fast über Köln abgestürzt Gift in der Kabinenluft

149 Menschen an Bord eines Germanwings-Airbus sind vor rund zwei Jahren offenbar nur knapp einer Katastrophe entgangen. Weil verunreinigte Luft in das Cockpit gelangt war, hatten die Piloten beinahe das Bewusstsein verloren und konnten das Flugzeug nur unter größten Schwierigkeiten am Flughafen Köln/Bonn landen.


Germanwings-Airbus am Flughafen Köln/Bonn
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Germanwings-Airbus am Flughafen Köln/Bonn

Die beiden Piloten hätten beim Landeanflug auf den Köln/Bonner Flughafen beinahe das Bewusstsein verloren, nachdem ein süßlicher Geruch im Cockpit ausgeströmt sei. Laut einem Bericht der Bundesstelle für Fluguntersuchungen (BFU) bemerkten die Piloten "eine deutliche Beeinträchtigung ihres körperlichen und kognitiven Leistungsvermögens". Der Kapitän konnte das Flugzeug dennoch sicher landen. Die Passagiere hätten nichts von dem Geschehen mitbekommen.

Unfall erst 2011 untersucht


Germanwings räumte den Vorfall heute ein. Den Piloten sei aber entgegen dem Bericht der Bundesstelle eine sichere Landung gelungen. Nach Recherchen des NDR soll die Fluglinie der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) zunächst wichtige Informationen vorenthalten haben. Erst nachdem die Behörde Ende 2011 weitere Informationen erhalten hatte, nahm sie die Untersuchung auf. Inzwischen liegt ein Zwischenbericht vor. Germanwings wies am Freitag (28.09.2012) die Vorwürfe der Vertuschung zurück. Aus Sicht von Germanwings ist die Diskussion um den Vorfall überzogen. Eine Gefährdung von Passagieren und Cree habe es nicht gegeben, so die Fluggesellschaft. Keinenfalls könne von einem Beinahe-Absturz die Rede sein.

Problem von den Airlines verschwiegen?


Der Fall von gefährlichem Gas in der Kabinenluft sei kein Einzelfall, so ARD-Luftfahrtexperte Tim van Beveren im Gespräch mit WDR 2. "Das Problem ist seit über zwanzig Jahren in der Luftfahrtindustrie bekannt, ist aber eines der bestgehüten Geheimnisse." In den letzen Jahren sei die Zahl der gemeldeten Fälle gestiegen. Das Eklatante an dem Fall des Germanwings-Airbus sei, dass er vertuscht worden sei. Nach der Einschätzung von van Beveren ist den Airlines das Problem bekannt, dass durch einen Stoff im Triebwerksöl verunreinigte Luft in die Kabinen gelangen könne. Sie würden aber Probleme mit Passagieren oder auch Regressforderungen befürchten, wenn bekannt würde, dass die Passagiere mit giftiger Kabinenluft in Kontakt kommen können.

Präventiv tätig werden

Auch der Sachverständige für Luftfahrzeuge Markus Lühr kritisert die Fluggesellschaften: "Man könnte präventiv tätig werden und Filteranlagen installieren. Die kosten aber Geld." Solche Filteranlagen seien bisher seines Wissens nach nur bei sehr wenigen Fluggesellschaften installiert.

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Stand: 28.09.2012, 19.39 Uhr