WDR 2 Gespräch mit Dieter Hildebrandt "Witzigkeit ist hier nicht gefragt"

Für Kabarett-Urgestein Dieter Hildebrandt geht es bei der Veröffentlichung von Satire über den Islam auch um Verantwortung. Im WDR 2 Gespräch ermahnte er die Medien, die Auswirkungen ihres Tuns zu bedenken.


Im Zuge der Proteste gegen das Mohammed-Video wird eine US-Flagge verbrannt; rechts der Kabarettist Dieter Hildebrandt
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Im Zuge der Proteste gegen das Mohammed-Video wird eine US-Flagge verbrannt; rechts der Kabarettist Dieter Hildebrandt

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Antiislamische Karikaturen dürften nicht einfach "rausgeschickt werden, ohne gegengelesen zu werden", sagte Hildebrandt im WDR 2 Mittagsmagazin. Das scheine hier nicht zu funktioniert zu haben, fügte er mit Blick auf das französische Satiremagazins "Charlie Hebdo" hinzu, das in seiner jüngsten Ausgabe noch einmal die umstrittenenen Mohammed-Karikaturen abgedruckt hat.

Appell an "Titanic"

Der Kabarettist appellierte an die Presse, sich darüber klar zu werden, was sie durch ihre Veröffentlichungen bewirke. "Wenn man jetzt den Streit noch verschärft, kommen Menschen um. Es sind schon welche gestorben", erinnerte der 85-Jährige. Bei einer so ernsten Sache sei "Witzigkeit überhaupt nicht gefragt". Auch das Satire-Magazin "Titanic" sollte ihre geplante Karikatur, die Bettina Wulff in den Armen eines islamischen Kriegers zeigt, nicht bringen.

Heiliges nicht verletzen

Er selbst sei immer "recht vorsichtig" mit Islamkritik umgegangen, betonte Hildebrandt. "Ich weiß, dass ich von dieser Religion am wenigsten Ahnung habe", sagte er zur Begründung. Weniger Probleme habe er da bei den christlichen Kirchen gehabt, weil er selbst Mitglied sei. Vom Islam wisse er dagegen "nur wenig, zu wenig jedenfalls". Es gebe "Dinge, die Menschen für heilig halten und die man nicht verletzen darf", so Hildebrandt.


Stand: 21.09.2012, 13.18 Uhr