WDR 2 Klartext zum Rücktritt des CSU-Sprechers: Bauernopfer Strepp
Der angebliche Versuch der Einflussnahme der CSU auf die Berichterstattung von ARD und ZDF hat Parteisprecher Hans Michael Strepp den Posten gekostet. Da drängt sich eine Frage besonders auf, findet Rudolf Erhard.

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Der ehemalige CSU-Sprecher Hans Michael Strepp und Parteichef Horst Seehofer
Wie viel personifizierte Dummheit ist eigentlich in der CSU-Parteizentrale angestellt? Oder war es etwa schon wieder die Arroganz der Macht die den Sprecher der Christsozialen dazu trieb, Einfluss auf die Berichterstattung des ZDF zu nehmen. Traute sich da einer wieder oder wurde er gar angewiesen, zu verhindern, dass ein Beitrag über einen Parteitag des bayerischen SPD-Landesverbandes in die sonntägliche "Heute-Sendung" kommt? Frei nach dem Motto 'Was erlauben Sie sich, eine bayerische 20- Prozent-Partei mit der großen CSU gleichzustellen??'.
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- Audio: "Arroganz der Macht": WDR 2 Klartext zur Affäre um CSU-Sprecher Strepp (26.10.2012) Jürgen Mayer / Rudolf Erhard, WDR 2 Morgenmagazin
Verbunden mit dem dezenten Hinweis, das könnte Diskussionen nach sich ziehen, war das eine massive Drohung. Solch ein Verstoß gegen die Pressefreiheit kann nicht hingenommen werden. Das muß restlos aufgeklärt werden. War vielleicht der zurückgetretene CSU-Sprecher Strepp nur das Bauernopfer, damit die CSU die Affäre vom Hals bekommt? Viele trauen dem eher introvertierten ehemaligen Staatsanwalt Strepp so eine politisch motivierte Einmischung in öffentlich-rechtliche Fernsehberichterstattung nicht zu, wohl aber seinem Chef in der CSU-Landesleitung, dem Wadlbeisser und Generalsekretär Alexander Dobrindt. Ob der dahinter steckte, von der Aktion wusste und sie billigte, wird die Öffentlichkeit aber kaum erfahren.
Der Parteisprecher nimmt alle Schuld auf sich und sieht sie gleichzeitig nicht ein, weil er ja gar nicht beeinflussen sondern nur Erkundigungen einziehen wollte. Die CSU und ihr Parteichef Seehofer spielen aber weiter die Nummer, es sei ja noch nicht zweifelsfrei geklärt, wer denn nur die Wahrheit sagt, der CSU-Sprecher oder das ZDF. Dabei ist das jetzt nur noch zweitrangig.
Denn es gab den Versuch des CSU-Sprechers, im Vorfeld einer geplanten Berichterstattung über die politische Konkurrenz deren Notwendigkeit in Frage zu stellen. Wenn so etwas von der einflussreichen CSU kommt, ist das als Angriff auf die Pressefreiheit zu werten. So etwas kann keine Redaktion dieser Republik dulden. Wenn die CSU das nicht zweifelsfrei aufklärt, setzt sie sich dem Verdacht aus, jetzt wo es bei ihr in Bayern wieder aufwärts geht, zu alten Machtmethoden greifen zu wollen.
Stand: 26.10.2012, 06.30 Uhr
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