WDR 2 Klartext zum Sorgerecht für ledige Väter: Schnell verbessern!
Es ist ein Skandal, dass ledige Väter wegen des Sorgerechts bis vor das Bundesverfassungsgericht und vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen mussten, meint Lioba Werrelmann im WDR 2 Klartext.

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Auch nach dem neuen Sorgerecht bleibt das Mutter-Monopol nach der Geburt, schreibt Marc Steinhäuser.
Dieses Gesetz ist überfällig. Es ist ein Skandal, dass ledige Väter erst bis vor das Bundesverfassungsgericht und vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen mussten, damit sie sich um ihre Kinder kümmern dürfen. Viel zu lange konnte allein die Mutter entscheiden, ob ein Vater für sein Kind da sein darf oder nicht.
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- Audio: WDR 2 Klartext: Sorgerecht für ledige Väter: Schnell verbessern! (26.10.2012) Lioba Werrelmann, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser
Natürlich gibt es Mütter, die ihre Kinder aus guten Gründen vor ihren miesen Vätern schützen. Es gibt aber auch nicht wenige Mütter, die aus miesen Gründen dem Vater das Kind entziehen - weil der Vater die Mutter nicht liebt, nicht mehr liebt, eine Neue hat.
Das Justizministerium hat lange gebraucht, um eine Lösung vorzuschlagen, und diese Lösung ist mittelmäßig. Sobald ein Vater das Sorgerecht beantragt, hat die Mutter sechs Wochen Zeit, dazu Stellung zu nehmen. Sechs Wochen sind viel zu kurz. Gerade Frauen, die sich womöglich zu Recht vor den Vätern ihrer Kinder fürchten, brauchen mehr Zeit.

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Lioba Werrelmann
Wenn die Mutter keine Gründe vorbringt, die das Kindeswohl betreffen, entscheidet das Gericht im Schnellverfahren. Auf den ersten Blick ist das prima. Keine lange Schlammschlacht, keine dummen Ausreden, sondern schnelle Rechtssicherheit für Vater und Kind. Auf den zweiten Blick ist das hochproblematisch. Kein Tierschutzverein würde einen Hund oder eine Katze an jemanden vermitteln, ohne sich das neue Herrchen oder Frauchen persönlich anzuschauen. Aber über das Sorgerecht für ein Kind soll entschieden werden, ohne dass Vater und Mutter persönlich vor Gericht erscheinen? Ein Unding.
Dieser Gesetzentwurf muss verbessert werden, und das fix. Jedes dritte Kind wird mittlerweile außerhalb einer Ehe geboren, in Ostdeutschland sind es sogar sechzig Prozent. Diese Kinder haben ein Gesetz verdient, das dafür sorgt, dass im Regelfall Mutter und Vater für das Kind sorgen.
Stand: 26.10.2012, 16.09 Uhr
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