WDR 2 Klartext zum SPD-Rentenkonzept Machbar und sinnvoll

Von Lioba Werrelmann

Es lohnt sich, über das zukünftige Rentenniveau - einfrieren oder absenken - zu streiten. Und es ist sogar bitter nötig. Weiter so, sagt Lioba Werrelmann in einem WDR Klartext.


Rente
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Na also. Man hatte schon das Gefühl, die alte Dame SPD würde für immer in Lethargie versinken. Kein Aufschwung in den Umfragen, kein Kanzlerkandidat, keine Attacke auf die Regierung Merkel. Es schien fast so, als würden sich die Genossen kuschelnd ins politische Abseits verabschieden. Jetzt aber streiten sie wieder, und zwar über das richtige Konzept für die Rente. Na endlich.

Die Rente ist nicht sicher, dafür sorgen der demographische Wandel und immer chaotischere Beschäftigungsverhältnisse. Wer heute durchschnittlich verdient, kann in wenigen Jahren als Rentner bitterarm sein. Das hatte zuletzt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen vorgerechnet, und dann ein Konzept für eine Zuschussrente vorgelegt, das noch nicht einmal von der Leyens eigene Parteifreunde für sinnvoll und machbar halten.


Lioba Werrelmann
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Die SPD, immerhin, legt gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen die Altersarmut vor, und vieles scheint machbar und sinnvoll. Eine steuerfinanzierte Grundrente für Niedrigverdiener, damit die, die ihr Leben lang gearbeitet haben, am Ende nicht genauso wenig haben wie die, die nicht gearbeitet haben. Ein früher Renteneinstieg für alle, die früh angefangen haben zu arbeiten. Und ein guter Ausstieg aus dem Beruf für jene, die so hart gearbeitet haben, dass sie früher als andere nicht mehr können. Das alles ist sozial und sinnvoll.

Gestritten wird in der SPD nun noch über das zukünftige Rentenniveau: Soll es in den nächsten Jahren absinken, damit die Beitragssätze nicht zu sehr steigen? Oder soll es auf heutigem Niveau eingefroren werden, damit Rentner nicht automatisch arm sind? Dahinter steht die Frage nach der Gerechtigkeit an sich, nach dem Ausgleich zwischen den Interessen der Jüngeren und der Älteren. Es lohnt sich, darüber zu streiten. Es ist sogar bitter nötig.


Stand: 24.09.2012, 17.00 Uhr