Mohammed-Video Friedliche Proteste

Am Samstag (22.09.2012) haben mehrere Hundert Menschen gegen das islamfeindliche Schmähvideo demonstriert. Am Freitag waren bundesweit rund 1.600 Menschen gegen die Beleidigung des Propheten auf die Straße gegangen. Die Proteste bleiben friedlich.

Unter den Teilnehmenden der Demonstration in Dortmund waren auch zahlreiche Kinder und Familien. Auf einem Transparent stand "Moses, Jesus, Mohammed sind unsere heiligen Propheten". Deutsche, libanesische und türkische Fahnen wurde geschwenkt.


Muslimische Frauen bei einer Demonstration in Freiburg gegen das umstrittene Islam-Video
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In Deutschland blieben die gegen das umstrittene Video Proteste bislang friedlich, wie hier in Freiburg

Jugendtreff-Leiter Üstünay: "Stimmung bei unseren Jugendlichen eher gelassen"


Wie gehen junge Muslime in NRW mit dem Schmäh-Video um? Antwort weiß Erkan Üstünay, Vorsitzender der Ditib-Gemeinde in Hamborn. Er hat dort einen Jugendtreff gegründet, der im Keller der dortigen Moschee stattfindet Er berichtete in WDR 2 am Samstag, dass die Stimmung beim gestrigen Freitagsgebet in der Moschee eher gelassen gewesen sei. Die Jugendlichen, die er betreue, diskutierten kaum über das Video, denGedanke deswegen auf die Straße zu gehen, hätten sie nicht. Im Jugendtreff würde ihnen vermittelt, dass sie durchaus das Recht hätten, für ihre Belange zu demonstrieren, jedoch ohne Vandalismus und Gewalt. "Unsere Jungs hier sind sehr sensibilisiert", so Üstünay im Gespräch. Von sich selber sagt er: "Als religiöser Mensch ist es nicht schön für mich, dass es so ein Video gibt. Aber [...] ich bin ein Moslem und ich denke nicht, dass es der richtige Weg ist, mit Gewalt darauf aufmerksam zu machen, dass etwas falsch ist". Das Video sei für ihn nicht aktzeptabel, die Ausschreitungen aber auch nicht. Er hoffe, dass die Moslems sich auf das besinnen, was der Islam von ihnen verlange: "Ruhe bewahren".

Pariser Satiremagazin veröffentlicht neue Karikaturen

Die Wut der Massen entzündet sich an einem laienhaft produzierten Schmähvideo aus den USA, das den Propheten Mohammed verunglimpft. Seit eineinhalb Wochen kommt es in islamischen Ländern rund um den Globus zu Massenprotesten mit etlichen Toten. Der explosiven Lage zum Trotz goss das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" weiter Öl ins Feuer und veröffentlichte seitenweise neue Mohammed-Karikaturen.

Gewalt nach Unruhen mit Toten in Pakistan


Bei den Unruhenin Pakistan am Freitag kamen nach Angaben pakistanischer Zeitungen mindestens 23 Menschen ums Leben, mehr als 200 seien verletzt worden. In dem Land herrscht erhöhte Alarmbereitschaft. Auch in vielen anderen Ländern kam es am Freitag zu Protesten. So etwa im indischen Teil Kaschmirs, in Malaysia, Indonesien, Afghanistan und im Libanon. Im libyschen Bengasi, wo vor zehn Tagen ein wütender Mob das US-Konsulat angegriffen und den US-Botschafter Chris Stevens sowie drei weitere Amerikaner getötet hatte, demonstrierten am Freitagabend Tausende gegen Gewalt und islamistische Milizen.


Stand: 22.09.2012, 17.52 Uhr