WDR 2 Gespräch mit SPD-Außenexperte Rolf Mützenich: "Deutliches Wort" nötig
Kann die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten noch gestoppt werden? Im WDR 2 Gespräch forderte der außenpolitische Sprecher der SPD, Rolf Mützenich, ein deutliches Wort von Außenminister Westerwelle.

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Ein Junge in einem zerstörten Haus in Gaza / SPD-Außenexperte Rolf Mützenich
Audios
- Audio: WDR 2 Gespräch mit SPD-Außenexperte Rolf Mützenich: "Es kommt auf beide Konfliktakteure an" (19.11.2012) Rolf Mützenich, außenpolitischer Sprecher der SPD / Helmut Rehmsen, WDR 2 Morgenmagazin
- Audio: Als Volunteer in Haifa: Sorge um israelische Freunde (19.11.2012) Greta Richter-Kempin, Volunteer in Haifa / Gudrun Höpker, WDR 2 Westzeit
- Audio: Ashdod - fünf Tage Militäroffensive und nur wenig Ruhe (19.11.2012) Torsten Teichmann, WDR 2 Morgenmagazin
"Wenn der Generalsekretär der Vereinten Nationen morgen in die Region reist und mit den Akteuren hoffentlich auch spricht, kann sich daraus andeuten, dass es zumindest eine verhandelte Waffenruhe gibt", so äußerte der SPD-Außenexperte im WDR 2 Gespräch seine Hoffnung, dass die Eskalation des Konflikts noch zu stoppen sei. Ägypten, Katar, aber auch die Türkei seien unterwegs: "Das sind schon wichtige Partner in dieser Frage, aber es kommt dann natürlich auf beide Konfliktakteure an", erläuterte Mützenich.
Skepsis gegenüber Westerwelles Israel-Besuch
Den Israel-Besuch von Außenminister Guido Westerwelle bewertete der außenpolitische Sprecher der SPD kritisch: "Einzelreisen sind immer ein bisschen schwierig, insbesondere dann, wenn man nicht viel mitzubringen hat beziehungsweise wenn man auch nicht vermittelt." Er glaube, es sei falsch, wenn sich "auf einmal zehn Akteure in der Region aufhalten", erklärte er im Gespräch mit WDR 2 Moderator Helmut Rehmsen. Wir sollten uns auf die Gesprächspartner konzentrieren, die am Dienstag (20.11.2012) da seien.
"Da stellen sich schon Fragen"
In der Tat müssten wir aber auch gegenüber der israelischen Regierung Hinweise darauf geben, dass eine vermittelte Waffenruhe von beiden einzuhalten sei, so Mützenich weiter. "Natürlich ist die Hamas verantwortlich insbesondere für die Raketenangriffe." Wenn es auf der anderen Seite aber tatsächlich - wie behauptet in der israelischen Zeitung Haaretz - eine Waffenruhe gegeben habe, die sozusagen unterschriftsreif vorgelegen habe und die israelische Regierung nicht bereit gewesen sei, sie zu unterzeichnen, dann stellten sich schon Fragen. "Und ich finde, wenn man Freundschaft pflegt, muss man auch ein deutliches Wort sagen dürfen", so Mützenich.
"Bodenkrieg würde ein Häuserkampf werden"
Zur Gefahr eines Bodenkrieg sagte Mützenich: "Wenn man mal vor Ort gewesen ist, weiß man, dass es dann mit Sicherheit ein sogenannter Häuserkampf wird." Bereits jetzt seien Zivilisten einbezogen, und es werde mit Sicherheit zu humanitären Folgen kommen, insbesondere, weil die Bevölkerung schon jetzt nicht gut versorgt sei.
Stand: 19.11.2012, 07.58 Uhr
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