Nobelpreise 2012 Auszeichnung für US-Ökonomen

Der Wirtschafts-Nobelpreis 2012 geht an die US-Forscher Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley. Das teilte Schwedens Wissenschaftsakademie am Montag (15.10.2012) in Stockholm mit. Beide hätten bahnbrechende Erkenntnisse dafür entwickelt, "verschiedene wirtschaftliche Akteure zueinander zu bringen", hieß es am Montag zur Begründung in Stockholm.


Die US-Forscher  Lloyd S. Shapley (links) und Alvin E. Roth

Die Arbeiten von Roth und Shapley könnten etwa dazu genutzt werden, den besten Organ-Spender für einen Transplantationspatienten zu finden, der ein neues Organ brauche. Weitere Beispiele seien Studenten auf der Suche nach der optimalen Universität oder Suchmaschinen, die Firmen den bestmöglichen Platz für ihre Werbeanzeige im Internet zuordnen. Die beiden Forscher arbeiten unabhängig voneinander. Der 60-jährige Roth lehrt an der Harvard Business School in Massachussetts. Der 89-jährige Shapley ist emeritierter Professor der Universität von Kalifornien.

Nicht von Alfred Nobel gestiftet

Der Nobelpreis für Wirtschaft geht nicht direkt auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel zurück. Er wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel ins Leben gerufen und wird seit 1969 verliehen. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 930 000 Euro (8 Mio. Kronen) dotiert.

Der Friedensnobelpreis an die EU


Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an die EU
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Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an die EU

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an die Europäische Union. Das teilte das Nobelkomitee in Oslo mit. Die EU war in den vergangenen Jahren als "erfolgreiches Friedensprojekt" immer wieder für die Auszeichnung nominiert worden.

Lichtstrahl in dunklen Zeiten


Komiteechef Thorbjörn Jagland begründete die Entscheidung damit, dass die Europäische Union über sechs Jahrzehnte entscheidend zur friedlichen Entwicklung in Europa beigetragen habe. "Über einen Zeitraum von 70 Jahren haben sich Deutschland und Frankreich in drei Kriegen bekämpft. Heute ist ein Krieg zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar", nennt das Komitee die beiden früheren Erzfeinde und Gründungsmitglieder der EU als Beispiel. Die Entscheidung wurde weltweit zumeist mit großer Freude aufgenommen. Politiker und Persönlichkeiten lobten - wie das Nobelpreiskomitee - die friedensstiftende Wirkung der europäischen Einigung. Nur wenige äußerten sich kritisch. "In einer dunklen Zeit ist das ein Lichtstrahl", heißt es von den Sprechern der Brüsseler Institution über den Friedensnobelpreis.

Literaturnobelpreis geht an Chinesen Mo Yan


Der chinesische Schriftsteller Mo Yan, aufgenommen am 19.07.2010 in Ningbo.

Der Literaturnobelpreisgeht in diesem Jahr an den Chinesen Mo Yan. Zur Begründung hieß es, Mo Yan habe "mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint". Der Sprecher der Jury, Peter Englund, sagte im Rundfunksender SR: "Wir haben es mit einer einzigartigen Autorenschaft zu tun. Sie hat uns einen einzigartigen Einblick in ein einzigartiges Milieu verschafft." Mo Yan sei eine "Mischung aus Faulkner, Charles Dickens und Rabelais". Er schildere eine dörfliche Welt in einem Teil Chinas, der den meisten anderen fremd sei. "Mo Yan ist nicht als Intellektueller dort hinabgestiegen, sondern er ist selbst ein Teil davon", sagte Englund.

Chemie-Nobelpreis an zwei US-Zellforscher


Die beiden diesjährigen Nobelpreisträger Robert Lefkowitz (l.) und Brian Kobilka

Der Nobelpreis für Chemie erhalten in diesem Jahr Robert Lefkowitz und Brian Kobilka aus den USA für die Erforschung der Kommunikation von Milliarden von Körperzellen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch (10.10.2012) in Stockholm mit. Die beiden Zellforscher entdeckten Strukturen in der Zellwand, die Signale von außen aufnehmen und in die Zelle leiten: Die wichtige Gruppe der sogenannten G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR) ist beispielsweise dafür zuständig, dass Licht vom Auge verarbeitet wird oder dass das Hormon Adrenalin auf die Zellen wirken kann. Zahlreiche Medikamente beruhen auf den Forschungsergebnissen der beiden Preisträger.

Nobelpreis für Physik an "Herren der kleinen Teilchen"


Serge Haroche (Frankreich) und David Wineland (USA)

Am Dienstag (09.10.2012) hatte die Akademie den Physik-Nobelpreis dem Franzosen Serge Haroche und dem US-Forscher David Wineland für Arbeiten zur Quantenphysik zuerkannt - für ihre bahnbrechenden Methoden, mit denen sich kleine Teilchen beobachten lassen. Beide konstruierten dafür Fallen, in denen geladene Teilchen (Ionen) oder Lichtteilchen (Photonen) eingefangen werden können. Die besondere Leistung der Forscher: Ihre Objekte werden dabei nicht zerstört, sondern können über eine gewisse Zeit beobachtet werden. Die Arbeiten von Haroche und Wineland sind entscheidend für neuartige Computer und extrem genaue Uhren.

Nobelpreis für Medizin an Stammzellenforscher


Die Bildkombo zeigt den britischen Mediziner John Gurdon (links, undatiertes Handout der Cambridge University) und den japanischen Forscher Shinya Yamanaka

Der Medizin-Nobelpreis 2012 geht an John Gurdon aus Großbritannien und Shinya Yamanaka aus Japan. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag (08.10.2012) in Stockholm mit. Ihr Verdienst: die Rückprogrammierung erwachsener Körperzellen in den embryonalen Zustand. Der Brite John Gurdon hatte 1962 herausgefunden, dass die spezialisierte Entwicklung von Zellen umkehrbar ist. In einem Experiment ersetzte er unreife Zellkerne in der Eizelle eines Frosches durch eine reife Darmzelle. Die präparierte Eizelle entwickelte sich zu einer normalen Kaulquappe. 44 Jahre später knüpfte der Japaner Yamanaka an die Erkenntnisse an und entdeckte, wie reife Zellen wieder zu unreifen, pluripotenten Stammzellen umprogrammiert werden können.

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Stand: 15.10.2012, 14.56 Uhr