Doppelrücktritt bei Piraten: Streit in tiefer Krise
Der Doppelrückttritt von zwei Vorstandsmitgliedern legt die tiefe Krise bei den Piraten offen. Ihre Umfragewerte sind dramatisch gesunken. So rückt der Einzug in den Bundestag in weite Ferne.
Innerhalb eines Jahres sind die Piraten in Umfragen von 13 auf vier Prozent abgestürzt. Das kratzt am Selbstbewusstsein und führt zu Streit.

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Neue Partei mit viel Anfangseuphorie
Wieder geht eine Frau: Julia Schramm
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- Audio: Piratenpartei: Geschacher um Personalentscheidungen (27.10.2012) Georg Schwarte / Uwe Schulz, WDR 2 am Samstag
Zwei Vorstandsmitglieder der Piraten kündigten nun ihren Rücktritt an - die Berliner Beisitzerin Julia Schramm und der Baden-Württemberger Matthias Schrade, der als Organisationstalent vor allem hinter den Kulissen wirkte. Sie war wegen der Weigerung, ihr Buch "Klick mich" kostenlos ins Netz zu stellen, Opfer einer Welle von Beschimpfungen geworden. Nach dem Rückzug von Marina Weisband verliert die ohnehin männerlastige Partei nun ein zweites prominentes weibliches Gesicht.
Stark umstritten: Johannes Ponader
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- Audio: Piraten im Umfragetief: Personalquerelen anstatt Sacharbeit (27.10.2012) GEorg Schwarte, WDR 2 Der Tag
Schrade nannte zur Begründung für seinen Rücktritt einen Namen: Johannes Ponader, den umstrittenen Politischen Geschäftsführer der Partei, bekannt als ehemaliger Hartz-IV-Empfänger, Sandalenträger und Gast vieler Talkshows. "Eine Zusammenarbeit mit Johannes Ponader ist mir schlichtweg nicht möglich", sagte Schrade. Und damit ist er nicht allein. Viele werfen Ponader vor, sich ohne Rücksicht zu profilieren, bei seinen Auftritten der Partei vor allem zu schaden. Aber die Führung lehnt es ab, Ponader zu maßregeln oder zum Rücktritt zu zwingen.
Partei ohne Gesicht und ohne klares Programm?
Ein Problem, das für den Niedergang der Piraten wesentlich verantwortlich gemacht wird: Die Partei hat kein Gesicht, verzettelt sich nach Ansicht von Kritikern in umständlichen Basis-Debatten, ohne den Wählern genau zu sagen, wo sie steht. Der Bundesparteitag Ende November in Bochum soll es richten. Dort will sich die Partei ein Wahlprogramm geben.
Stand: 27.10.2012, 14.35 Uhr
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