Plagiatsvorwürfe gegen Schavan: Mängel oder Täuschung?
Hat Bildungsministerin Schavan bei der Erstellung ihrer Doktorarbeit geschummelt? Ein Gutachten behauptet dies. Der Fall sei aber nicht mit dem von Guttenberg zu vergleichen, meint Wissenschaftsrechtler Löwer im WDR 2 Morgenmagazin.
Die Universität Düsseldorf prüft derzeit Vorwürfe von Internet-Plagiatsjägern, nach denen Schavan in ihrer Dissertation weite Passagen nicht korrekt zitiert haben soll. Die Promotionskommission der Universität will am Mittwoch (17.10.2012) auf der Grundlage eines Berichts des Kommissionsvorsitzenden Stefan Rohrbacher über die Vorwürfe beraten.

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hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan geschummelt?
Kauder stellt sich hinter Schavan
Dazu sagte Kauder, er sei "einigermaßen entsetzt" darüber, wie die Universität Düsseldorf das Verfahren führe. "In jedem anständigen juristischen Prozess müsste dieses Verfahren wegen Befangenheit und schwerer Verfahrensfehler eingestellt und neu begonnen werden", sagte er. In dem kürzlich vorab bekannt gewordenen Gutachten ist von einer "leitenden Täuschungsabsicht" der Ministerin die Rede.
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Die gebundene Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) (Fotostrecke 1)
Wissenschaftsrechtler Wolfgang Löwer bei WDR 2
Audio
- Audio: Wissenschaftsrechtler Löwer: Keine Parallele zum Fall Guttenberg (16.10.2012) Wolfgang Löwer / Jürgen Mayer, WDR 2 Morgenmagazin
Schavan hat aus Expertensicht Chancen, ihren Doktortitel zu behalten. "Klar scheint zu sein, dass der Fall nicht die Dimension der Tauschung etwa der Guttenbergschen Arbeit hat", sagte der Bonner Wissenschaftsrechtler Wolfgang Löwer im WDR 2 Morgenmagazin. Schavan scheine nicht seitenweise Fremdtexte übernommen zu haben, das Problem scheine eher in der Art und Weise der Verwendung fremder Texte zu liegen. Die Doktorarbeit Schavans ist über 30 Jahre alt. Löwer fordert, dass es unabhängig vom Fall Schavan - für die Frage einer Titelentziehung Verjährungsfristen geben solle. Um den fall aber richtig bewerten zu können, müsse man aber sowohl die Doktor-Arbeit der Bildungsministerin als auch das Gutachten kennen.
Rücktritt unausweichlich?
Die SPD hält den Rücktritt Schavans für unausweichlich, falls sich der Plagiatsverdacht bestätigen sollte. FDP-Chef Philipp Rösler hat sich gegen eine Vorverurteilung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan wegen der Plagiatsvorwürfe bei ihrer Doktorarbeit gewandt. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte, Schavan könne ihr Amt angesichts der Vorwürfe "nicht mehr unbelastet ausüben".
Stand: 17.10.2012, 07.49 Uhr
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