Rentenkonzepte im Vergleich: Umstrittene Entwürfe
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) macht sich für die Zuschussrente stark, SPD-Chef Sigmar Gabriel setzt auf eine Solidarrente. WDR 2 Wirtschaftsredakteur Frank Christian Starke vergleicht die Entwürfe.

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Das Ziel ist das gleiche, der Weg dorthin höchst unterschiedlich: Kleine Renten sollen aufgestockt werden - Sigmar Gabriel und Usula von der Leyen
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- Audio: Rentenkonzepte im Wettbewerb (10.09.2012) Frank-Christian Starke, WDR 2 Mittagsmagazin
Die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Ansätzen sind offensichtlich: Die regierende Arbeitsministerin und die SPD-Opposition wollen denen unter die Arme greifen, die lange – mindestens 30 Jahre - gearbeitet und trotzdem nur eine Rente auf Niveau der staatlichen Grundsicherung zu erwarten haben. Kleine Renten sollen aufgestockt werden. Auf 850 Euro, so steht es im SPD-Konzept und das war auch der Vorschlag der Sozialministerin. Und die sieht prompt große Gemeinsamkeiten, Ursula von der Leyen betonte: "Ich sehe, dass der Lösungsvorschlag der SPD unserem sehr ähnlich ist."
Private Zusatzabsicherung oder Betriebsrente?
Allerdings nur wenn es man bei diesem sehr allgemeinen Blick belässt. Unterscheide gibt es in wichtigen Punkten: So koppelt das von der Leyen-Konzept die Aufstockung an eine vorliegende private Zusatzabsicherung, etwa einen Riestervertrag. Das fehlt beim SPD-Konzept, die allerdings ein staatlich bezuschusstes Betriebsrentenmodell einführen möchte. Das wäre etwas völlig Neues und würde die bisherigen Förderwege für Zusatzabsicherungen ordentlich durcheinanderwirbeln.
Finanzierung aus Steuermitteln oder aus der Rentenkasse?
Zweiter wichtiger Unterschied: die Finanzierung. Ursula von der Leyen sucht nach einem Weg, die Aufwertung in erster Linie aus den Rentenkassen zu bezahlen. Die SPD will ihre Pläne aus Steuermitteln finanzieren. Alle Steuerzahler also für die Aufstockung gerade stehen, nicht nur die Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung.
SPD will höhere Löhne
Dritter Unterschied: Die SPD will gleichzeitig für höhere Löhne sorgen. SPD-Chef Sigmar Gabriel erläutert: "Der Grundunterschied zwischen Frau von der Leyen und uns ist, dass wir sagen: Wir müssen die Erwerbsarmut bekämpfen, Menschen kriegen zu niedrige Löhne für gute Arbeit und deshalb kommen sie im Alter in die Altersarmut. Da muss der Kampf gegen die Altersarmut beginnen und nicht erst am Ende. Ich finde, das ist eine Debatte, die tut Deutschland gut. Für gute Arbeit muss es auch wieder gute Löhne geben."
Finanzierung unklar
Am Ende gibt es dann aber doch noch zwei Gemeinsamkeiten: In beiden Konzepten sind sehr viele Finanzierungsfragen unklar. Und: beide Entwürfe sind in den jeweiligen Parteien höchst umstritten.
Stand: 10.09.2012, 12.25 Uhr
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