Mitt Romneys Patzer Prä-Präsidiale Fettnäpfchen

Mitt Romney hat zwar noch nicht das Niveau von George Bush Jr. erreicht, doch auch seine Ansammlung von Fettnäpfchen ist beachtlich. WDR 2 hat die besten Patzer des Präsidentschaftsanwärters gesammelt.


Mitt Romney
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"Hey, hab ich was Falsches gesagt?!" Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney

Die so genannten "Bushisms" sind in die amerikanische Politfolklore eingegangen. Der ehemalige Präsident George W. Bush erheiterte und entsetzte mit seinen sprachlichen Verfehlungen die Nation und die interessierte Weltgemeinschaft. Der Mann, der das mächtigste Land der Welt von 2001 bis 2009 regierte, kreierte Wortschöpfungen wie: "Sie sollten uns nicht missunterschätzen" und verblüffte mit Sätzen wie: "Unsere Feinde sind erfinderisch und einfallsreich, das sind wir auch. Sie hören niemals auf, darüber nachzudenken, wie sie unserem Land und unserem Volk schaden können – genauso wenig wie wir."

Auch der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Mitt Romney, hat inzwischen eine beachtliche Liste von Verfehlungen vorzuweisen. Wir präsentieren die dicksten Patzer.

"Aktenordner voll mit Frauen"

Mitt Romney hatte kürzlich gesagt, er wolle mehr für die Gleichberechtigung von Frauen unternehmen und mehr Frauen in seinem Team haben. Seine Mitarbeiter hätten ihm daraufhin "binders full of women", also wörtlich "Aktenordner voll mit Frauen", angeschleppt. Die Äußerung wurde als herablassend empfunden, klang sie doch so, als kämen Frauen per Katalog.

Kein Terrorakt?

In dem Fernseh-Duell mit Barack Obama hatte Romney den amtierenden Präsidenten beschuldigt, nach dem Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi nicht von einem Akt des Terrors gesprochen zu haben. Er soll so die Dramatik der Ereignisse runtergespielt haben. Diese Behauptung traf allerdings nicht im Mindesten zu, was noch im Verlauf der Debatte geklärt wurde.

Angestellte Feuern macht Spaß

Einen Tag vor der Vorwahl in New Hampshire Anfang Januar sagte Mitt Romney: "Ich mag es, wenn ich Menschen feuern kann." Eigentlich ging es um die Gesundheitsreform und Romney wollte nur betonen, dass er es richtig findet, dass man als normaler Kunde eine Versicherung jederzeit kündigen kann. Doch vor dem Hintergrund, dass Romney sein Geld damit verdient hat, marode Firmen aufzukaufen und nach einer "Sanierung" mit großem Gewinn zu verkaufen, hatte das Ganze eine pikante Note. Schließlich hat Romney, wenn man so will, sein Vermögen damit gemacht, Leute tatsächlich zu feuern.

Amerikanische Schmarotzer

Bei einem Spendendinner vor reichen potenziellen Gästen erklärte Romney, dass 47 Prozent der Amerikaner Schmarotzer seien, denen er nicht helfen könne. Dieser Satz festigte bei vielen Amerikanern das Bild vom überheblichen Multimillionärs, der kein Gespür für die Nöte seiner Landsleute hat.

Unfähige Engländer?

Zum Start der Olympischen Spiele in London erklärte Romney, die Engländer hätten das Großereignis schlecht vorbereitet. Für diesen Spruch erntete er vor allem aus Großbritannien Spott. Er festigte damit auf der Insel den Eindruck, als überheblicher und großspuriger Amerikaner aufzutreten.

Geheimes für die Klatschspalten

Obwohl das Treffen strengster Verschwiegenheit unterlag, plauderte Mitt Romney munter aus, dass er in Großbritannien führende Persönlichkeiten des Geheimdienstes MI6 getroffen habe. Beim Geheimdienst war man "not amused".

Heh, Du da...

Bei dem Treffen mit Ed Miliband, dem Chef der britischen Labour-Partei, vergaß Romney offensichtlich dessen Namen. Vor laufender Kamera nannte er ihn einfach nur: "Mr. Leader", also "Herr Chef".

Du bist ich - ich bin Du

Auch Titeln und Personen bringt Romney mitunter durcheinander. Als er seinen Kandidaten für den Vizepräsidenten, Paul Ryan, vorstellte, rief er aus: "Meine Damen und Herren – begrüßen sie mit mir den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten."

Je reicher, um so weniger Steuern

Obwohl Mitt Romney Multimillionär ist, lag sein Steuersatz zuletzt bei 13,9 Prozent. Der amerikanische Durchschnittsbürger bezahlt in der Regel 35 Prozent Steuern. Für Amerikaner ist Sozialneid eigentlich kein großes Thema, aber das Land ist von der Wirtschaftskrise stark gebeutelt, auch Personen aus der Mittelschicht sind in Folge der Krise verarmt. Romney erklärte allerdings, er schäme sich nicht, finanziell erfolgreich zu sein.

Wetten, dass...?!

Bei einer TV-Diskussion in Iowa fragte Mitt Romney seinen Kontrahenten Rick Perry, ob dieser 10.000 Dollar (7.500 Euro) auf seinen Vorschlag zur Lösung eines Streits über das Gesundheitswesen setzen wolle. Der texanische Gouverneur schlug nicht in die ausgestreckte Hand ein und sagte, er sei nicht im Wettgeschäft. Kann sich so ein Mann glaubwürdig als Vertreter der amerikanischen Durchschnittsverdiener präsentieren, fragten die Medien kritisch.

Arme Leute sind "kein Problem"

Diesen Verdacht schien er zu bestätigen, als er im Januar verkündete: "Ich mache mir keine Sorgen um die ganz armen Menschen." Schließlich habe Amerika eine soziales Sicherheitsnetz – er selbst wolle sich um die Mittelschicht kümmern.

Peanuts

Auf die Frage, wie viel Geld er als Gastredner verdient habe, sagte er: "Nicht viel." Dabei handelte es sich um die Summe von 350.000 Dollar.

Kontrafaktische Behauptungen

Bei einem Interview mit dem Sender Fox News behauptete Romney, schwule Paare könnten nur in einem einzigen US-Staat ein Kind adoptieren. Dabei ist es in 18 Staaten möglich.

Mit Liquidierungen in die Moderne

Mitt Romney hat erklärt, dass Amerika den Indonesiern in den 60er Jahren geholfen hat, ein modernes Land zu werden. In den 60er Jahren hat Amerika den Diktator Suharto im Kampf gegen die Kommunisten unterstützt – unter seiner Regierung wurden ca. 500.000 Indonesier getötet.

Ich weiß nicht, dass ich nichts weiß

Vielleicht ist daher ein Satz Mitt Romney vom Mai diesen Jahres der beste Kommentar zu seinen Patzer: Ich weiß nicht genau, was ich zu dem Thema gesagt habe, aber ich stehe dazu – egal, worum es geht."


Stand: 22.10.2012, 19.34 Uhr