Steinbrücks Nebeneinkünfte: Umstrittene Honorare
Die Nebeneinkünfte des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück in Millionenhöhe sind weiter umstritten. Im WDR 2 Gespräch äußerte sich Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge kritisch dazu.

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Peer Steinbrück unter Druck: Der designierte SPD-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2013 in der DGB-Zentrale
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- Audio: Politologe Prof. Christoph Butterwegge zum Fall Peer Steinbrück: "Schwierig" (31.10.2012) Prof. Christoph Butterwegge, WDR 2 Morgenmagazin
Der Armutsforscher und Politologe an der Universität Köln, Professor Christoph Butterwegge, hält es für schwierig, den Millionär Peer Steinbrück als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit zu verkaufen. Zusätzlich zu seinem eigenen Reichtum setze er die Leistung sehr stark in den Fordergrund und kümmere sich zu wenig um die eigentliche Klientel der SPD, die "kleinen Leute". Auf diese Weise werde die SPD Butterwegge zufolge in der Mitte gewinnen, aber am linken Rand verlieren.
Das Mandat vernachlässigt?
Auch die Frage nach einem Missbrauch des Mandats stellt sich laut Professor Butterwegge. Engagements in Finanzinstituten funktionierten immer nach dem Prinzip "Geben und Nehmen", was zu einer indirekten Beeinflussung des Abgeordneten führen könne. Außerdem habe Steinbrück bei vielen wichtigen Abstimmungen gefehlt.
Sozialneid nach Unten stärker als Neid auf Millionen
Auf die Frage nach dem typisch deutschen Thema "Neid" verweist Butterwegge auf den Sozialneid nach Unten, der von der Mitte ausgehe. In Deutschland sei die Missbrauchsdebatte sehr ausgeprägt, der zufolge viele Arbeitslose gar nicht arbeiten wollten und Menschen faul in der Hängematte des Sozialstaates liegen würden. Darin drücke sich aus, dass man die Leute beneidet, die morgens nicht aufstehen und zur Arbeit gehen müssen. Geld sei natürlich sehr wichtig in der heutigen Konsumgesellschaft - aber eben doch nicht alles.
Dr. Timo Grunden: "Im Rahmen"
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- Audio: WDR 2 Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Timo Grunden zu Steinbrücks Nebeneinkünften (30.10.2012) Timo Grunden/ Kerstin Hermes, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser
Dr. Timo Grunden, Politikwissenschaftler an der Universität Duisburg, hatte dagegen in WDR 2 Zwischen Rhein und Weser gesagt, er finde die Vortrags-Tätigkeit von Peer Steinbrück "noch im Rahmen". Da die meisten Redner immer das Gleiche mit wenigen Variationen sagten, hielte sich der Arbeitsaufwand in Grenzen.
Keine Stechuhr im Bundestag
Ein Drittel der Bundestagsabgeordneten hätten noch Nebenjobs als Anwälte oder in Aufsichtsräten, Vortragsredner wie Steinbrück seien wohl eher selten. Timo Grunden glaubt nicht, dass seine Nebentätigkeit ihn in seiner Arbeit als Bundestagsabgeordneter behindert hat. Es lasse sich aber nicht wirklich kontrollieren, da es im Bundestag keine Stechuhr gebe.
Zwiespältiger Anspruch an Abgeordnete
Einerseits wolle man Abgeordnete haben, die mitten im Leben stehen, die nicht nur Berufspolitiker sind, sondern auch mal was von der realen Wirtschaft gesehen haben. Andererseits möchte man als Bürger aber auch wissen, für wen ein Abgeordneter noch arbeitet. Grunden findet es wichtig zu wissen, wenn ein Abgeordneter noch als Wirtschaftsberater oder Steuerberater tätig ist, ob er sich dann auch um die Steuergesetzgebung dieser Unternehmen bemüht und vielleicht auch an solchen Gesetzen mitarbeitet.
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Stand: 31.10.2012, 08.42 Uhr
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