Manipulation bei Stiftung Warentest Produkte gezielt verbessert?

Mehrere Firmen sollen ihre Produkte manipuliert haben, nachdem sie erfuhren, dass diese von der Stiftung Warentest geprüft werden. Verbraucherschützer sorgen sich um den guten Ruf der Tests.


Gebäude der Stiftung Warentest
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Gebäude der Stiftung Warentest

Hersteller von Wasch- und Lebensmitteln sollen in der Vergangenheit getrickst haben, um bessere Bewertungen von der Stiftung Warentest zu erhalten. Ein solches Vorgehen sei eine fortlaufende Erfahrung der Stiftung, sagte Holger Brackemann, Leiter der Untersuchungsabteilung am Dienstag (21.011.2012). Damit bestätigte er Informationen, die aus einer Anfrage der Internetplattform populeaks.org hervorgingen.

Testabsicht sickerte durch

Brackemann ergänzte, dass den Profi-Testern unter anderem ein Fall aus der Branche der Getränkehersteller bekannt geworden sei: "Vor einem unserer Orangensafttests war in der Branche Unruhe." Daraufhin habe die Stiftung ihre Arbeitsabläufe verändert. Seitdem werde im Kuratorium, das den Test unterstütze, nur noch etwa von einem "Test von Säften" gesprochen - ohne das genaue Segment zu benennen. Offenbar seien über Sachverständige aus diesen Gremien Informationen an die Hersteller gedrungen, sagte der Experte.

Forderung nach häufigeren Kontrollen

Der Bundesverband der Verbraucherzentrale fordert häufigere Tests oder Stichproben, um das renommierte Testurteil nicht durch Tricks zu beschädigen. Ernährungsreferentin Jutta Jaksche sagte, es müsse in "zeitlich vertretbaren Abständen" nachkontrolliert werden. Viele Hersteller beriefen sich noch heute auf ein Testurteil etwa aus dem Jahr 2008. Dieser Zeitraum sei meist zu lang - besonders wenn das Urteil verfälscht wurde.

So arbeitet Stiftung Warentest


Die Stiftung Warentest ist eine unabhängige Institution, die 1964 von der Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. Sie testet Produkte und Dienstleistungen, um die Verbraucher möglichst objektiv zu informieren. Zum größten Teil finanziert sie sich durch ihre Publikationen. Die Stiftung beauftragt Prüfinstitute mit den Tests. Getestet wurden im vergangenen Jahr 22.408 Produkte. Die Daten werden an die Anbieter übermittelt. Die Prüfergebnisse werden bewertet und gewichtet - und schließlich veröffentlicht in der Zeitschrift "Test" oder auf test.de. Pro Produkt zahlte die Stiftung im Schnitt 2.200 Euro für Einkauf und Prüfung.


Stand: 20.11.2012, 09.30 Uhr