Energie wird teurer "Stromsteuer senken"

Verbraucherschützer wettern - und auch die Energiekonzerne sind wenig erfreut: Der bevorstehende kräftige Anstieg der Abgabe zur Förderung von erneuerbaren Energien in Deutschland wird für Verbraucher und Gewerbetreibende den Strompreis im kommenden Jahr weiter in die Höhe treiben.


Grünes Kabel mit Stecker

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen dringt angesichts der massiv steigenden Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien auf eine rasche Strompreis-Bremse. "Man muss davon ausgehen, dass der Strom mindestens zwei Cent teurer wird, also um knapp zehn Prozent", sagte Verbraucherschützer Holger Krawinkel im WDR 2 Morgenmagazin. Das bedeute für eine Familie, die im Schnitt Strom für 3.500 Euro pro Jahr verbrauche, eine Mehrzahlung von 70 Euro.

"Wildwuchs einen Riegel vorschieben"


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Der Energieexperte des Bundesverbandes betonte, es gebe zwei Probleme: Zum einen kämen durch die starke Ausweitung der Rabatte für Unternehmen bei der Abgabe zur Förderung von erneuerbaren Energien immer skurillere Fälle hinzu, inzwischen gebe es die Nachlässe zum Beispiel auch für Hähnchenmastanlagen. "Da muss dringend ein Riegel vorgeschoben werden", forderte Krawinkel. Das andere Problem: "Natürlich zahlen auch die Mieterhaushalte die Solaranlagen in Süddeutschland von Zahnärzten, Bauern etc. - auch da werden sehr hohe Renditen erwirtschaftet." Auch hier sieht Krahwinkel Korrekturbedarf.

Strompreis-Bremse gefordert


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Doch an der Ökostrom-Umlage "kann man im Moment nichts machen, weil diese Vergütungssätze auf 20 Jahre garantiert" seien. "Die einzige kurzfristige Möglichkeit ist die Senkung der Stromsteuer für alle - also für die privaten Haushalte wie auch die Handwerker, die ja auch diese hohe Stromsteuer bezahlen müssen", so der Energieexperte. Die steigende Ökostrom-Umlage führt auch zu höheren Mehrwertsteuereinnahmen.

Weiterer starker Preisanstieg in den nächsten zehn Jahren


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Mit der jetzt angekündigten Preiserhöhung beim Strom sei die Energiewende noch nicht zu bezahlen. Das gehe jetzt immer so weiter. "Die nächste Kostenlawine droht, wenn der Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee richtig Fahrt aufnimmt. Dann sind mindestens auch noch mal zwei Cent Strompreiserhöhung fällig." In den nächsten zehn Jahren müsse mit einem starken Anstieg des Strompreises gerechnet werden. Erst dann sei "das Gröbste übestanden, und dan wird es auch wieder billiger werden", so die Prognose von Krawinkel.


Stand: 11.10.2012, 14.02 Uhr