TV-Debatte im US-Wahlkampf Romney zeigt sich aggressiv

US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney haben sich in ihrer ersten Fernsehdebatte um den Kurs der amerikanischen Wirtschaft gestritten. Romney trat dabei besonders angriffslustig auf.


US-Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney nach der TV-Debatte
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US-Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney nach der TV-Debatte

Mitt Romney muss punkten


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Für den republikanischen Herausforderer Mitt Romney sind die Fernsehdebatten seine vielleicht beste und letzte Chance, den Stimmungstrend, der derzeit eher gegen ihn läuft, noch umzukehren. Durch seine eher "tollpatschigen" Auftritte seien die Erwartungen an ihn nicht sehr hoch gewesen, erklärte WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn im WDR 2 Mittagsmagazin. Entsprechend überrascht war Schönenborn von Romneys Präsenz, die den eher gelangweilt wirkenden Obama schlecht aussehen ließ.

Streitfall Steuern


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Zu Beginn der Debatte am Mittwochabend (Ortszeit) in Denver sprach sich Obama, der als erster das Wort ergreifen durfte, für weitere Investitionen in Ausbildung und neue Energiequellen aus. Die von Romney geplanten Steuersenkungen seien kein tragbarer Weg aus der Wirtschaftskrise. Amerika gehe es am besten, wenn es der Mittelschicht gut gehe, sagte Obama. Romney entgegnete, er wolle gerade für die Mittelschicht Erleichterungen durchsetzen. Zugleich warf er dem Präsidenten vor, in seiner Amtszeit die Kosten für die US-Bürger in die Höhe getrieben zu haben.

Desolate Wirtschaftspolitik unter George Bush


Den Status quo fortzusetzen werde den Amerikanern nicht helfen, erklärte Romney weiter. Die Politik der Regierung der vergangenen Jahre habe die Familien der Mittelschicht erdrückt. Obama führte dagegen an, er habe von seinem republikanischen Vorgänger George W. Bush eine desolate US-Wirtschaft übernommen und deren Zusammenbruch verhindert.


Bildkombo zeigt Mitt Romney gegen Barack Obama
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Vor den TV-Duellen im US-Wahlkampf: Mitt Romney gegen Barack Obama

Obama verweist auf die Fortschritte

Im Streit um die beste Strategie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA forderte der republikanische Präsidentschaftskandidat einen Rückzug des Staates. Die Regierung solle den amerikanischen Unternehmen aus dem Weg gehen, sagte Romney. Sein demokratischer Kontrahent verwies auf die Fortschritte, die mit seinen Methoden in den vergangenen Jahren bereits erreicht worden seien – etwa bei der Rettung der Automobilindustrie in Detroit und bei der Wiederbelebung des Immobilienmarktes.

Die amerikanische Gesundheitsversorgung

Beim Thema Gesundheitsreform erhob der Präsident schwere Vorwürfe gegen Romney: Der Republikaner wolle das Programm Medicare in ein privates System verwandeln und Rentner den Versicherungskonzernen ausliefern. Romney erwiderte, Obama habe die Mittel für Medicare bereits geplündert und das System damit geschwächt. Der Amtsinhaber erklärte, er nehme Kürzungen vor, damit Medicare auch für künftige Generationen noch bestehen könne.

Obama hat noch die Nase vorn

Das Aufeinandertreffen leitete die heiße Phase im Wahlkampf ein – zwei weitere Fernsehdebatten sind für den 16. und 22. Oktober geplant. Für Romney ging es darum, im Rennen um das Weiße Haus wieder an Boden gutzumachen: Jüngsten Umfragen zufolge hat Obama in dem zuletzt noch knappen Rennen die Nase vorn.

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Stand: 04.10.2012, 12.25 Uhr