Bundesweite Kundgebung: Umverteilung - ein sinnvoller Weg?
Zehntausende Menschen haben am Samstag (29.09.2012) in 40 deutschen Städten für eine höhere Besteuerung von Reichen demonstriert. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter über 40.000 Teilnehmer am Aktionstag "Umfairteilen".
Sie forderten eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes und der Erbschaftssteuer, die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, höhere Steuern auf Unternehmensgewinne und Kapitalerträge sowie eine Finanztransaktionssteuer.

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Zwangsabgabe für Reiche in der Diskussion: Zahlschein mit dem Stempelaufdruck "Reichensteuer"
Unternehmer Terberger bei WDR 2: "Vermögenssteuer der unintelligente Weg"
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- Audio: Daniel Terberg, Unternehmer Katag AG: "Eine Vermögenssteuer ist der maximal unintelligente Weg" (29.09.2012) Daniel Terberger, WDR 2 am Samstag
Der Familienunternehmer Daniel Terberger, Katag AG, erklärte in WDR 2 am Samstag, dass der Ansatz, in einer wirtschaftlich schwierigen Situation bei Belastungen auch die einzubeziehen, denen es besser geht, durchaus richtig sei. Der soziale Friede sei sehr wichtig, für die Menschen, für die Bürger. Die Vermögenssteuer sei dazu aber nicht geeignet. Sie "ist der maximal unintelligente Weg", sagte Terberger. "Vermögenssteuer verursacht neue Bürokratie". Auch treffe die Vermögenssteuer den unternehmerische Mittelstand und die bürgerliche Mittelschicht, die dieses Land trägt. Seiner Ansicht nach gäbe es jedoch Alternativen, die Reichen in die Solidargemeinschaft einzubinden: "Wieso müssen Leute einer bestimmten Einkommensschicht noch Kindergeld bekommen?". Er selber brauche diese Leistung des Staates nicht. Auch stellte er die Frage: "Wieso brauchen große Unternehmen, die Milliarden verdienen, Subventionen für eine Standorterschließung?"
"Reiche stärker in die Pflicht nehmen"
Zu den Protesten hatten Gewerkschaften, Sozialverbände und Parteien aufgerufen. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske forderte in Frankfurt, die Reichen stärker in die Pflicht zu nehmen. Ein Sprecher der Occupy-Bewegung verlangte "eine tiefgreifende Reform des Geld- und Finanzsystems".
Große Kundgebungen in vielen deutschen Städten
In Berlin gingen laut den Veranstaltern rund 5.000 Menschen auf die Straße. In Hamburg bildeten nach Veranstalterangaben 7.000 Menschen eine Menschenkette. Große Kundgebungen mit über 1.000 Teilnehmern fanden auch in Bremen, München, Trier und Bayreuth statt.
Privatvermögen auf 10 Billionen Euro angestiegen
Nach kürzlich bekannt gewordenen Zahlen aus dem neuen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat sich das Privatvermögen in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren auf rund zehn Billionen Euro mehr als verdoppelt und weiter konzentriert. Demnach verfügen zehn Prozent der Bevölkerung über 53 Prozent des Privatvermögens. Dagegen kommt die Hälfte der Bürger zusammen nur auf einen Anteil von einem Prozent. Das Nettovermögen des Staates sank im gleichen Zeitraum um 800 Milliarden Euro.
Stand: 29.09.2012, 18.44 Uhr
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