Rededuell Obama und Romney Faktencheck im Internet

Von Tobias Plutat

Wahlkämpfe sind Zeiten der großen und kleinen Lügen. In den USA machen jetzt "Faktenprüfer" im Netz dagegen mobil. Das Ergebnis: Obama und Romney nehmen es beide mit der Wahrheit nicht so genau.

Dabei ist vor allem der Kurznachrichtendienst Twitter eine reichhaltige Quelle an Live-Informationen: Alleine beim zweiten TV-Duell zwischen Obama und Romney wurden 7,2 Millionen Tweets, also Einzelnachrichten auf Twitter, abgesetzt. An der Diskussion beteiligt haben sich nicht nur private Nutzer, sondern auch spezialisierte Dienste. Besonders nützlich ist die Website "Politifact".


Barack Obama und Mitt Romney bei ihrem zweiten Rededuell
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Barack Obama und Mitt Romney bei ihrem zweiten Rededuell

Obama und Romney: Lockerer Umgang mit der Wahrheit


Dort legen Journalisten der Zeitung "Tampa Bay Times" die Behauptungen der Kandidaten auf die Goldwaage und geben ein Urteil ab, wie viel Wahrheit darin steckt. Das Ergebnis: Beide hielten es nicht immer genau mit der Wahrheit. Die dicksten Lügen tischte laut den Experten aber Romney auf, etwa mit der Behauptung, Obama habe seine Amtszeit mit einer großen "Entschuldigungs-Tour" für die US-Politik durch den Nahen Osten begonnen. Besonders praktisch, gerade für die noch ausstehende dritte Debatte: Die Macher von Politifact bewerten die Kandidaten auch während der Debatte live auf Twitter.

Gibt es eine Tendenz in der Flut an Meldungen?


Bei Millionen Nachrichten innerhalb weniger Stunden ist es gar nicht so leicht, eine Tendenz aus der Flut an Wortmeldungen herauszulesen. Dabei helfen eigene Tools – am deutlichsten auf den Punkt bringt die Stimmung der Twitter Election Index. Der analysiert alle Twitter-Nachrichten zum Thema automatisch auf positive oder negative Stimmungen zu den Kandidaten und fasst sie in einem Index zusammen. Dabei wirkt Obamas Sieg gegen Romney im zweiten Duell nicht ganz so deutlich wie in den Umfragen: Im Index legt der Amtsinhaber nur um einen Prozentpunkt mehr zu als sein Herausforderer.


Internetseite von Politifact
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Wer sagt die Wahrheit? Internetseite von Politifact

Überraschender Star: Die Moderatorin


Besonders gut kam im Netz CNN-Journalistin Candy Crowley, die Moderatorin der Debatte, an. Deren Rolle sollte nach dem Willen beider Kandidaten sehr eingeschränkt sein, nachbohren sollte sie zum Beispiel nicht. Sie hat sich nicht daran gehalten und beide Kandidaten deutlich in ihre Schranken verwiesen, teilweise falschen Behauptungen sofort widersprochen. Das kam extrem gut an, wie man am Twitter-Thema "Go Candy" sehen kann, das in der Nacht das meistdiskutierte Thema unter amerikanischen Twitter-Nutzern war. Zwar ist dort auch Kritik an ihrem laxen Umgang mit Redezeiten zu finden, vor allem der von Präsident Obama – trotzdem ist der Zuspruch für die Moderatorin überwältigend.


Stand: 17.10.2012, 12.01 Uhr