50 Jahre Bonanza Helden der Jugend

Die Titelmelodie war so berühmt wie die vier Ponderosa-Cowboys. Die Westernserie "Bonanza" hatte vor 50 Jahren in Deutschland TV-Premiere. Die Stars sind lange tot, doch die Kultsendung bleibt unvergessen.


Am 13. Oktober 1962 ritt die Cartwright-Familie zum ersten Mal durch die Fernseher der Bundesrepublik. Die ersten Sekunden: Auf den Bildschirm geht eine vergilbte Landkarte von der Ponderosa-Farm plötzlich in Flammen auf. Seite an Seite reiten dann vier Cowboys ins Bild: Familienpatriarch Ben Cartwright und seine Söhne Adam, Hoss und Little Joe. Das war der Vorspann für eine der langlebigsten Western-Serien der Fernsehgeschichte. Der "Bonanza"-Gitarrenjingle wurde zum Ohrwurm der 60er und 70er Jahre.


Bonanza: Szene mit Dan Blocker, Lorne Greene, Pernell Roberts und Michael Landon

Zu brutal für die ARD


Vor dem Start in Deutschland lief "Bonanza" als erste in Farbe gedrehte Westernserie bereits drei Jahre lang erfolgreich in den USA. Doch in Deutschland konnten die Fernsehverantwortlichen zunächst wenig damit anfangen. Die ARD setzte "Bonanza" nach dreizehn Teilen wieder ab - weil die Serie dem Sender zu brutal war. Erst als das ZDF 1967 zugriff, wurde "Bonanza" auch in Deutschland ein Erfolg.

Alleinerziehender Vater


Was für ein Gegensatz: Während damals die junge 68er-Generation gegen die Autoritäten aufbegehrte und auf die Straße ging, ließen sich drinnen vor dem Fernseher die Deutschen von einem der klischeehaftesten Patriarchen überhaupt in den Bann ziehen. "Pa" Ben Cartwright, von Lorne Greene unverwechselbar gespielt, hielt auf Ponderosa die Zügel fest in der Hand. Die Konstellation, in der die Cartwrights lebten, war allerdings auch für einen Patriarchen-Haushalt ungewöhnlich. Der Obercowboy war alleinerziehender Vater von drei Söhnen. Die Jungs stammten von drei verschiedenen Müttern - alle waren früh gestorben.


Bonanza: Der US-amerikanische Schauspieler Lorne Greene (als Familienoberhaupt Ben Cartwright),
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Lorne Greene als Familienoberhaupt Ben Cartwright

Jede Menge Klischees

Unter den drei Cartwright-Jungs war der dicke Hoss, gespielt von Dan Blocker, der lustigste. Wenn "Pa" mal wieder den asiatischen Koch Hop Sing – "Hop Sing kochen immel, wenn du hunglig sein" - beleidigte, bettelte Hoss um dessen Verbleib auf der Ranch. Klischeehaft fiel nicht nur die Gestaltung des angeblich nicht das "R" beherrschenden chinesischen Kochs und des dicken Hoss aus. Nicht minder klischeehaft gerieten auch Nesthäckchen Little Joe als der etwas zu freche Nachzügler und der älteste Sohn Adam als Mittler zwischen Vater und Brüdern. Der holzschnittartige Zuschnitt der Rollen würde heute wohl nicht mehr funktionieren - damals schon.

Das Ende der Ponderosa-Ranch


Bis zum Juli 1977 wurden in Deutschland mehr als 200 Folgen ausgestrahlt. In den USA bahnte sich das Ende schon früher an. Der erste Rückschlag kam 1965 mit dem Ausstieg von "Adam" Pernell Roberts. Der Schauspieler wollte nicht mehr nur Cowboy sein. Der plötzliche Tod von Hoss-Darsteller Dan Blocker mit 43 Jahren nach einer Gallensteinoperation 1972 war der Dolchstoß für "Bonanza". Die Einschaltquoten stürzten ab, im Januar 1973 kam mitten in der 14. Staffel das Aus. Nach mehr als 400 Folgen machte die "Ponderosa"-Ranch endgültig dicht.


Stand: 13.10.2012, 11.31 Uhr