70. Geburtstag von Heinrich Breloer Meister der Doku-Dramen

Schon wieder so ein Mammutprojekt: Mit Titeln wie "Das Todesspiel", "Die Manns" und "Buddenbrooks" hat Heinrich Breloer deutsche Filmgeschichte geschrieben. Jetzt nimmt er sich eine weitere Jahrhundertgestalt vor - den Schriftsteller Bertolt Brecht. Dabei feierte der Regisseur am 17. Februar 2012 seinen 70. Geburtstag und könnte sich allmählich zur Ruhe setzen. In einem journalistisch-künstlerischen Beruf höre man nicht im Alter von 70 Jahren auf, sagt Breloer. "Die Fantasie arbeitet doch immer weiter."


Heinrich Breloer
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Heinrich Breloer

Die Geschichte erzählen

Die Geschichte erzählen - das ist Breloers Lebensaufgabe. In mehr als 40 Filmen hat der Erfolgsregisseur Ereignisse aus Politik und Geschichte aufgearbeitet. Gestandene Politiker wie SPD-Legenden Herbert Wehner und Willy Brandt hat er den Zuschauern ebenso nahe gebracht wie die Schriftstellerfamilie Mann.


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Regisseur Heinrich Breloer bei den Dreharbeiten zu "Todesspiel" (TV-Film, BRD 1997) mit Hans Brenner

Neugier als Antriebsmotor

Unlängst zählt der vielfach prämierte Breloer zu den größten deutschen Filmemachern. Sein größter Antriebsmotor ist seine ungebremste Neugier. Seine Sprache ist das Doku-Drama, eine Mischung aus Originalaufnahmen, Zeitzeugen-Interviews und Spielszenen. Der Gesellschaft hielt er oft den Spiegel vor.


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Schauspieler Armin Mueller-Stahl (r) und Regisseur Heinrich Breloer bei der Premiere des Kinofilms "Buddenbrooks" in Lübeck (19.12.2008)

Aushängeschild des WDR

Doch zu Beginn der Karriere stieß das heutige Aushängeschild des Westdeutschen Rundfunks (WDR) auf Widerstände. Alteingesessenen Fernsehmachern war das Doku-Drama, das Breloer mit seinem langjährigen Gefährten Horst Königstein entwickelte, ein Dorn im Auge. "Es war eben nicht so, dass uns die Leute im Sender begeistert die Türen offen gehalten haben", sagt Breloer. "Man musste die Stücke von Fall zu Fall immer erneut durchsetzen." Heute wird Breloer mit dem Doku-Drama verbunden wie Günter Wallraff mit dem Undercover-Journalismus.

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Stand: 16.02.2012, 12.30 Uhr