Dirigent und Pianist wird 70 Glückwunsch, Herr Barenboim!

Nur "Maul halten und hübsch Klavier spielen" sei seine Sache nicht, sagt Daniel Barenboim. Lieber nutzt er die Musik dafür, Brücken zu bauen, so wie mit seinem Nahost-Orchester. Am Donnerstag (15.11.2012) wird der Chefdirigent der Berliner Staatskapelle 70 Jahre alt.

Daniel Barenboim, Dirigent, Pianist und Friedensaktivist, handelt nach dem Leitsatz: "Das Unmögliche ist oft einfacher als das Schwierige." 1942 wurde er als Sohn russisch-jüdischer Migranten in Argentinien geboren und als Zehnjähriger wanderte er mit seiner Familie nach Israel aus.

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Daniel Barenboim, Dirigent und Pianist, dirigiert die Wiener Philharmoniker

Erstes Konzert als Pianist mit sieben Jahren

Sein erstes öffentliches Konzert als Pianist gab er mit sieben Jahren, früh galt er als "Wunderkind". 1963 kam der Musiker mit 19 Jahren nach Deutschland, um mit den Münchner Philharmonikern Beethoven zu spielen. Seit 20 Jahren ist er nun Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Gastdirigent zahlreicher Orchester und Pianist mit reger CD-Produktion. Im Herbst 2011 wurde Barenboim zum Musikdirektor des Teatro alla Scala in Mailand berufen.


Daniel Barenboim mit dem West Östlichen Divan Orchester

Grenzen zwischen Israel und Palästina überwinden

Barenboim ist Argentinier, Israeli und palästinensischer Ehrenbürger. Und er hat sich vorgenommen, die Grenzen zwischen Israel und den arabischen Ländern zu überwinden - nicht nur die physischen, auch die gedanklichen. Hör- und sichtbarstes Resultat von Barenboims Idealismus ist das "West-Eastern Divan Orchestra", in dem etwa 100 junge Musiker aus Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten und anderen arabischen Ländern zusammen spielen. Gegründet hat er es zusammen mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said. Benannt ist es nach Goethes "West-östlichen Divan".

Barenboims Wunschziele für Konzerte: Gaza-Streifen und Tahrir

Im August 2011 spielte das "West-Eastern Divan Orchestra" in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten. Nächste Wunschziele sind der Gaza-Streifen und der durch die arabische Revolution berühmte Tahrir-Platz in Kairo: "Eines Tages werden wir in der Lage sein, in allen Ländern zu spielen, die im Orchester repräsentiert sind, ich glaube daran."


Stand: 15.11.2012, 00.00 Uhr