WDR 2 Kinotipp - Cloud Atlas: Alles ist verbunden
Vor sieben Jahren wurde der Roman "Der Wolkenatlas" von David Mitchell ein internationaler Bestseller. Das opulente Werk, das sechs Geschichten an verschiedenen Orten zu verschiedenen Epochen erzählt, galt lange als "unverfilmbar". Doch die drei Regisseure Lana und Andy Wachowski und Tom Tykwer haben sich an die Romanvorlage gewagt, gemeinsam ein Drehbuch geschrieben und ein fast dreistündiges Filmepos daraus gemacht.
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Tom Hanks und Halle Berry in "Cloud Atlas" (Fotostrecke 1)
Eine Musik verzaubert die Menschen und verbindet sie über die Jahrhunderte hinweg miteinander. Eine Melodie, die Herzen berührt und sechs völlig unterschiedliche Erzählungen miteinander verwebt.
Episoden aus einem halben Jahrtausend
Es ist beim Zuschauen zunächst kompliziert, Verbindendes in den Episoden zu erkennen. Mal ist es die Musik, mal ein Gefühl, mal ein Thema. Sechs Einzelschicksale, die in ihrer Zeit verhaftet sind und ein halbes Jahrtausend umspannen. Die älteste Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts und erzählt von einem Anwalt, der auf hoher See zum ersten Mal den brutalen Sklavenhandel miterlebt. Die letzte Geschichte spielt in ferner Zukunft im Jahr 2346. Aber alles ist miteinander verbunden.
Vom Science Fiction Film bis zur Komödie
Der Film erzählt die einzelnen Geschichten zwar in sich chronologisch, doch die Story als Ganzes springt zwischen den Episoden. "Cloud Atlas" funktioniert wie ein Kaleidoskop, das sich immer schneller dreht und dadurch einzelne Motive ineinander fließen lässt. Dabei bedienen sich die Regisseure ganz unterschiedlicher Genres: Vom Science Fiction Film bis zur Komödie mit Männern in Frauenrollen. Die Hauptdarsteller Tom Hanks, Halle Berry, Susan Sarandon, Hugh Grant sind nicht auf eine Rolle festgelegt. Auch sie springen in den Epochen und Geschichten hin und her und sind durch aufwendige Schminke und Kostüme bis zur Unkenntlichkeit maskiert.
Kosmos der großen Gefühle
Keine Frage: "Cloud Atlas" ist ein außerordentlicher Film. Die drei Regisseure verführen mit einem maßlosen Bilderkosmos, der über die Möglichkeiten des Kinos staunen lässt. Ein atemberaubendes Epos mit einer Geschichte, die ungeniert auf ganz große Gefühle zielt. Musik und Inszenierung unterstützen die Absicht. Auch wenn die Episoden nachvollziehbar zu Ende geführt werden - durch die Fülle an Figuren und den ständigen Wechsel in den Geschichten berühren die Charaktere nicht. Und im Vergleich zur aufwendigen, gelungenen Verpackung ist die Botschaft am Ende erschreckend simpel. "Unsere Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden. In Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft."
USA/D 2012
Regie: Tom Tykwer ("Lola rennt", "The Internnational", "Drei"), Lana und Andy Wachowski ("Gefesselt", "Matrix", "Matrix reloaded", "Matrix Revolutions", "Speed Racer")
Darsteller: Tom Hanks ("Splash", "Schlaflos in Seattle"; "Philadelphia", "Forrest Gump", "Larry Crowne", Halle Berry ("Monster’s Ball", "Catwoman"; "Die another day", Jim Broadbent ("Brazil"; "Vera Drake", "Another Year") Hugo Weaving ("Matrix", "Matrix Reloaded", "Matrix Revolutions", "Der Herr der Ringe – Die Gefährten"; "Wolfman"), Donna Bae ("The Host", "Ring – Das Original"), Ben Wishaw ("Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders", "Skyfall"), James D’Arcy ("Oscar Wilde"), Xun Zhou ("Balzac und die kleine chinesische Schneiderin"), Keith David ("Platoon", "Bird", "Verrückt nach Mary", "Armageddon"), Susan Sarandon ("Dead man walking", "Thelma and Louise"; "Wallstreet 2 – Money never sleeps"), Hugh Grant ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Love, actually…", "Notting Hill", "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück")
Länge: 171 min
Ab 12 Jahren
Stand: 15.11.2012, 00.01 Uhr
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