WDR 2 Kinotipp - 360: Überraschend, berührend, trivial
Regisseur Fernando Meirelles hat "360" gut inszeniert. Die Figurenzeichnung bleibt aber trotz der internationalen Stars oberflächlich. Die Geschichten in "360" sind überraschend und berührend, dann wieder trivial.
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Kinoneustart: Moritz Bleibtreu (l.) als deutscher Geschäftsmann und Jude Law als Michael in dem Drama "360" von Fernando Meirelles (Fotostrecke 1)
Fremdgehen - oder nicht?
Geschäftsmann Michael (Jude Law) ist in London unglücklich verheiratet. Auf einer Reise in Wien plant er ein Treffen mit einer Prostituierten. Noch in der Hotellobby beschließt er, doch nicht fremdzugehen. Diese Entscheidung zieht eine ganze Reihe Ereignisse nach sich - in Metropolen rund um den Erdball.
Das große Thema "Liebe"
Alle zehn Episoden in Paris, Rio, Denver kreisen um das große Thema "Liebe". Welche Rolle spielt der Zufall dabei? Was ist Teil des Schicksals? Mühelos fließen die elegant fotografierten Geschichten ineinander und verlieren sich dann wieder. Schnitzlers Bühnenstück "Reigen" stand dabei Pate. Die Inszenierung von Regisseur Fernando Meirelles ("City of God", "Der ewige Gärtner") überzeugt, die Figurenzeichnung bleibt bei der Fülle an Charakteren jedoch oberflächlich. Das können auch die internationalen Stars wie Ben Foster, Anthony Hopkins, Rachel Weisz, Moritz Bleibtreu, Jamel Debbouze nicht wettmachen. Die Geschichten von Drehbuchautor Peter Morgan ("Die Queen", "Frost/Nixon") sind in Qualität und Intensität von unterschiedlichem Niveau, mal überraschend und berührend, dann wieder trivial. Eben so, wie das Leben, rund um den Erdball.
Drama, GB/A/BR/F, Regie: Fernando Meirelles, ab 12 Jahren
Stand: 16.08.2012, 00.00 Uhr
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