WDR 2 Kinotipp - Magic Mike: Schwüles Strip-Milieu
"Magic Mike" - eine überraschende Mischung aus frivolem Spaß und Charakterdrama. Sinnsuche und Streben nach Anerkennung zwischen Tigertanga und Ecstasy machen den Film unbedingt sehenswert.
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Kinoneustart: Adam Rodriguez (l-r) als Tito, Channing Tatum als Mike und Matt Bomer als Ken in der Komödie "Magic Mike" (Fotostrecke 1)
"Magic Mike" bringt die Frauen zum Toben
Audio
- Audio: Top-Film: Magic Mike (16.08.12) Andrea Burtz / Cathrin Brackmann, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser
Wenn "Magic Mike" (Channing Tatum) lasziv die Hüften kreisen lässt, sich aus den eng anliegenden Kleidungsstücken schält, bis nur noch ein winziger Tigertanga seinen eingeölten Paradekörper bedeckt, dann toben die Frauen im "Xquisite", dem heißesten Club der Stadt.
Sprungbrett oder süchtig machender Job?
Bereitwillig lässt sich der Star der Strippertruppe in der aufgeheizten Stimmung Geldscheine ins Höschen stopfen. Neuling Adam (Alex Pettyfer) ist fasziniert von seinem Lehrer und dem Job, der ihm so viel Spaß und Geld verspricht. Der geerdete Mike kümmert sich um Adam. Auch wenn sie die gleiche Arbeit machen, gehen ihre Zukunftspläne weit auseinander: Mike sieht den Stripperjob als Sprungbrett in ein besseres Leben, Adam hingegen wird süchtig nach schnellem Geld, Ruhm und Drogen.
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Kinoneustart: Channing Tatum (l.) als Mike und Matthew McConaughey als Dallas in der Komödie "Magic Mike" (Fotostrecke 2)
Männer als schnell konsumierbare Lustobjekte
Hauptdarsteller Channing Tatum hat in jungen Jahren selbst als Stripper gearbeitet. Zwar nicht autobiographisch, aber nach seinen Erfahrungen erzählt Steven Soderbergh ("Traffic") die Story aus dem schwülen Strip-Milieu, in dem mal Männer die schnell konsumierbaren Lustobjekte sind. Kreischende Frauen, eingeölte Sixpacks und heiße Tänze: Soderbergh gelingt eine überraschende Mischung aus frivolem Spaß und Charakterdrama. Striptease-Nummern inszeniert er im Hochglanzlook, den ernüchternden Alltag der Bühnenhelden in trostlosen grau-blauen Bildern. Ihre Sinnsuche und das Streben nach Anerkennung zwischen Tigertanga und Ecstasy ist komisch und tragisch zugleich. Sehenswert.
Regie: Steven Soderbergh ("Sex, Lügen und Video", "Ocean’s Eleven", "Erin Brokovich", "Der Informant", "Contagion")
Darsteller: Channing Tatum ("Für immer Liebe", "Haywire", "Das Leuchten der Stille", "Krieg der Welten"), Alex Pettyfer ("Ich bin Nummer vier", "In Time – Deine Zeit läuft ab"), Cody Horn, Matthew McConaughey ("Der Mandant", "Tropic Thunder", "Amistad"
Länge: 110 Minuten, FSK ab 12 Jahren
Stand: 16.08.2012, 09.00 Uhr
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