WDR 2 Kinotipp - Prometheus : Auf der Suche nach dem Ursprung
Woher kommen wir? Wurde die Erde von Außerirdischen erschaffen? Große Fragen versucht Ridley Scott in seinem neuen Film zu beantworten. Entstanden ist ein bildgewaltiger Film, allerdings ohne Finesse bei den Charakteren.
Lange wurde darüber spekuliert, ob Regisseur Ridley Scott es noch einmal tut: sein Meisterstück "Alien" zu wiederholen. Er hatte 1979 mit dem Science-Fiction-Horror-Film "Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" einen Klassiker geschaffen und die drei folgenden Episoden anderen Regisseuren überlassen. Jetzt hat er es nochmal getan und "Prometheus – Dunkle Zeichen" in Szene gesetzt: Den Vorläufer zu seiner ersten Aliengeschichte.
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Schöne und düstere Bilder - eine der leichtesten Übungen für Regisseur Ridley Scott (Fotostrecke 1)
Die großen Fragen der Menschheit
Audio
- Audio: Top-Film: Prometheus - Dunkle Zeichen (09.08.2012) Helmut Rehmsen / Andrea Burtz, WDR 2 Morgenmagazin
Scott erzählt von einer Forschergruppe, die zu einem fernen Planeten reist, auf dem sie ihre eigenen, außerirdischen Schöpfer vermutet. Elizabeth (Noomi Rapace) erhofft sich von der Expedition Antworten auf die großen Rätsel der Menschheit: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wurde die Erde von Außerirdischen erschaffen? Doch bei ihrer Ankunft bekommen die Wissenschaftler schnell zu spüren, dass die Bewohner keine wohl gesonnenen Gastgeber sind, sondern die Vernichtung allen menschlichen Lebens im Sinn haben. Visuell löst Ridley Scott alle Erwartungen ein. Der gelernte Graphikdesigner und erfolgreiche Werbefilmer kreiert überwältigende, fremde Welten, die es in sich haben. Hier lohnt sich der 3D Zuschlag!
Fassbender glänzt als Android
Die Figurenzeichnung hat allerdings nicht so viele Finesse, die Charaktere bleiben berechenbar eindimensional. Einzig Android David (Michael Fassbender) überrascht: Er ist eine Art "moderner Sklave" des Raumschiffs und verfeinert seine menschlichen Züge mit Hilfe von Kinofilmen: Peter O’Toole, der "Laurence von Arabien", ist sein Idol. Michael Fassbender verleiht dem sanften David so viel Charakter, dass ausgerechnet der Kunstmensch zur glaubwürdigsten Figur des Filmes wird.
Grandiose Bilder entschädigen für Schwächen
Die Drehbuchautoren sind der Versuchungen erlegen, den Ursprung des Bösen zu erklären und nehmen der Alien-Saga damit letztlich ihre Bedrohlichkeit: Das Unerklärliche einer düsteren Welt wird plötzlich greifbar und nimmt dem Horror seinen Reiz. Dank der grandiosen Bildsprache Ridley Scotts ist diese Entmythologisierung aber großes Kino geworden.
SciFi/Horror, USA 2012
Regie: Ridley Scott ("Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt", "Blade Runner", "Thelma & Louise", "Gladiator", "Black Hawk Down", "Ein gutes Jahr", "American Gangster", "Robin Hood")
Darsteller: Noomi Rapace ("Sherlock Holmes – Spiel im Schatten", "Millennium Trilogie"), Michael Fassbender ("Shame", "Eine dunkle Begierde", "Jane Eyre"), Charlize Theron ("Monster", "Young Adult", "The Road", "Gottes Werk und Teufels Beitrag")
Länge: 124 min
ab 16 Jahren
Stand: 08.08.2012, 13.04 Uhr
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