Premiere in Berlin: Sklavendrama mit Aussage
Nur Superstar Leonardo DiCaprio ließ sich wegen Dreharbeiten entschuldigen. Aber ansonsten hatte US-Regisseur Quentin Tarantino ("Pulp Fiction") seine hochkarätige Crew dabei, als er am Dienstag (08.01.2013) seinen neuen Film "Django Unchained" in Berlin vorstellte.
Brillant erneut der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz, der vor drei Jahren in Tarantinos Nazi-Satire "Inglourious Basterds" den perfide-sadistischen SS-Mann Hans Landa spielte und dafür einen Oscar gewann.
-
-
Bild 1 vergrößern
+
Staraufgebot in Berlin: Tarantino, Washington, Foxx und Waltz (Fotostrecke 1)
Sklaverei in Amerika: Parallele zum Holocaust?
Audio
- Audio: Sklavendrama mit Aussage: Schauspieler und Tarantino in Berlin gefeiert (09.01.2013) Frauke Gust, WDR 2 Morgenmagazin
Der neue, ebenso bluttriefende wie hochvergnügliche Film ist ein Sklavendrama. Und Tarantino sieht selbst eine große Parallele zwischen beiden Werken. In einer Pressekonferenz verglich er die Sklaverei in Amerika mit dem NS-Völkermord an den Juden. "Amerika ist für zwei Holocausts in seinem Land verantwortlich: für die Ausrottung der indianischen Ureinwohner und für die Versklavung von Afrikanern, Jamaikanern und Westindern in der Zeit des Sklavenhandels", sagte der 49-jährige Oscarpreisträger vor der Deutschlandpremiere. Gleichwohl gebe es kaum Filme über dieses düstere Kapitel der amerikanischen Geschichte.
-
-
Bild 3 vergrößern
+
Christoph Walz und Jamie Foxx in "Django unchained" (Fotostrecke 2)
Düsteres Kapitel der Geschichte der USA
"Das wird Ihnen als Deutschen seltsam vorkommen", so Tarantino. "Sie sind alle gezwungen worden, sich bis zur Bewusstlosigkeit immer und immer und immer wieder mit der Schuld Ihres Volkes auseinanderzusetzen. Den Amerikanern ist es gelungen, irgendwie darüber hinwegzugleiten." Umso erbarmungsloser hält der Filmemacher seinen Landsleuten nun den Spiegel vor, auch wenn er vor allem eine "aufregende Abenteuergeschichte" habe erzählen wollen, wie er sagt.
Für fünf Golden Globes nominiert
In Deutschland kommt der Film am 17. Januar in die Kinos. In den USA lief er bereits an Weihnachten an und wurde für fünf Golden Globes nominiert. Auch bei den Oscar-Nominierungen am Donnerstag (17.01.2013) kann sich Tarantino Hoffnungen machen.
Stand: 09.01.2013, 07.23 Uhr
Seite teilen
Über Soziale Medien