Madonna am 10.07.2012 in Köln: Provokant und sexy
Einmal mehr hat Madonna ihren Anspruch auf den Titel "Queen of Pop" untermauert. Bei dem von WDR 2 präsentierten Konzert überraschte sie ihr begeistertes Publikum mit Erotik und Provokationen.
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Sexy "Mönche": Madonna beherrscht auch nach 30 Jahren auf der Bühne einen lasziven Hüftschwung. (Fotostrecke 1)
Madonna war in Köln – endlich! Die "Queen of Pop" hatte bereits zwei Mal in ihrer dreißigjährigen Karriere einen Tourstopp in der Domstadt angekündigt. Zu geringer Kartenabsatz einerseits und technische Probleme andererseits hatten dies bisher verhindert. Daher war die Kölnarena nun mit 15.000 Zuschauern bis fast auf den letzten Platz gefüllt – sicher auch, weil der von WDR 2 präsentierte Auftritt nach den zwei Shows in Berlin Ende Juni im Rahmen von Madonnas "MDNA"-Welttour auch der letzte in Deutschland war.
Madonna bereits im Vorprogramm
Audio
- Audio: Madonna begeistert in Köln: Zwischen 'Leder-Lady' und 'Glamour-Girlie' (11.07.2012) Thomas Steinberg, WDR 2 Morgenmagazin
Man musste beinahe bangen, dass die Popikone wieder nicht erscheint, denn um 22.15 brannte das Deckenlicht in der Arena immer noch. Für die zu diesem Zeitpunkt dennoch auf Partyniveau liegende Stimmung hatte ein ebenso ungewöhnliches Vorprogramm gesorgt: Da stand ein einzelner Mann auf der riesigen Bühne hinter einem aus Videoscreens geformten DJ-Mischpult. Seine mächtigen Grooves verwandelten die Arena zusammen mit einer ausgefeilten Lightshow in einen XXL-Discoclub. Auf den Plattentellern des französischen DJs und Madonna-Produzenten Martin Solveig lagen dabei einige Eigenproduktionen ("Hello"), zu denen er nicht nur live sang, sondern die er immer wieder mit Madonna-Samples versetzte.
Blutiger Auftakt
Der riesige Vorhang mit dem Coverfoto des aktuellen Albums "MDNA" fiel mit 45-minütiger Verspätung. Was sich nun dahinter in den nächsten zwei Stunden entfachte, war fast alles, was das Madonna-Fanherz begehrt: eine opulente Licht- und Videoshow, fette Tanzbeats, perfekt inszenierte Choreographien einer 35-köpfigen Crew und natürlich Provokationen aller Art – politisch, sexuell, religiös, moralisch, mal augenzwinkernd, mal bitterböse. Zum von sakraler Symbolik geprägten Intro entstieg endlich Madonna Louise Ciccone – so ihr bürgerlicher Name – einem Heiligenschrein, um passend zu "Girl Gone Wild" mit spärlich bekleideten "Mönchen" zu tanzen. Kurz darauf wähnte man sich in einer Fortsetzung von Tarantinos "Kill Bill", die wohl auch in dieser Bühnenfassung keine Jugendfreigabe erhalten hätte. Denn Madonna – in hautengem schwarzen Kampfsuit gekleidet – ballerte nach einigen Schlücken aus einer Whiskeyflasche auf die vermummten Kämpfer, die ihr auf der Bühne installiertes Motelzimmer stürmten. "Literweise" auf die gigantischen Videoleinwände projiziertes Blut gab dem Titel "Revolver" eine erschreckende Plastizität.
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Girls just wanna have - guns... Madonna scheut auch nicht die martialische Pose im Dienst des Entertainment. (Fotostrecke 2)
Non-Stop-Madonna
Nach der düsteren ersten halben Stunde erklangen zum Beispiel mit "Open Your Heart" auch fröhlichere Melodien des inzwischen 53-jährigen Stars, dennoch folgte keine Greatest-Hits-Show. Dazu fehlten auch zu viele 80er-Hits wie "Into The Groove" oder "Holiday", die nur durch Soundsamples kurz angedeutet wurden. Madonna lieferte stattdessen eine konsequente Fortsetzung des Vorprogramms, im Grunde einen Clubabend mit einem Non-Stop-Madonna-Remix aus großen Erfolgen und einem großen aktuellen Anteil (acht "MDNA"-Songs). Alles war auf 2012 getrimmt. Einzelne, vom Intro bis zum Schlussakkord strukturierte Songs waren an diesem Abend kaum zu hören. Eine Ausnahme bildete ausgerechnet der Song, mit dem Madonnas große Karriere begann: "Like A Virgin" sang sie – nach einem Strip nur leicht bekleidet – liegend auf dem dreieckigen Laufsteg, der einen großen Teil des Publikums vor der Bühne umrahmte. Durch den lasziv verfremdeten Gesang und einer einfachen Pianobegleitung war der Welthit nur schwer wieder zu erkennen.
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Madonna bei ihrem Auftritt im Kölner Dom - nein, beim Auftritt in der Kölnarena (Fotostrecke 3)
Party-Finale
Das Finale wurde von vielen Fans nach dem Konzert am WDR-2-Mikrofon als das Highlight des Abends bewertet. Vor allem "Like A Prayer" inszenierte Madonna so mitreißend wie im 89er Originalvideo mit einem 30-köpfigen Kirchenchor samt einer schwarzen Solosängerin – nicht zu vergessen die 15.000 Fans, die dazu wie aus einer Kehle mitsangen, um dann beim abschließenden "Celebration" noch einmal ausgelassen die XXL-Tanzfläche auszunutzen. Madonna verabschiedete sich nach dem umjubelten Konzert in Richtung Brüssel, der nächsten von insgesamt 86 Stationen ihrer zum großen Teil ausverkauften Welttournee.
| Setliste |
|---|
| 1. Girl Gone Wild |
| 2. Revolver |
| 3. Gang Bang |
| 4. Papa Don't Preach |
| 5. Hung Up |
| 6. I Don’t A Give A * |
| 7. Express Yourself |
| 8. Give Me All Your Luvin |
| 9. Turn Up The Radio |
| 10. Open Your Heart |
| 11. Sagara Jo |
| 12. Masterpiece |
| 13. Vogue |
| 14. The Erotic Candy Shop |
| 15. Human Nature |
| 16. Like A Virgin |
| 17. I'm Addicted |
| 18. I'm A Sinner |
| 19. Like A Prayer |
| 20. Celebration |
Stand: 11.07.2012, 08.11 Uhr
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