Lana del Rey mit Debütalbum "Born to Die" Schmacht, Sehnsucht, Schmerz

Lana Del Rey kann man leicht als Kunstprodukt abtun. Nur wenn sie singt, kann man ihr glauben. Man muss es sogar, denn Lana singt von Liebe, und das ganz famos und traurigschön.


Cover des Albums "Born to Die" von Lana del Rey (Ausschnitt)
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Cover des Albums "Born to Die" von Lana del Rey (Ausschnitt)


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Es ist schlicht, ein wenig kitschig, ja, aber am Ende doch immer wahr. Wahr ist das Thema, von dem Lana del Reys Lieder handeln, und es ist natürlich das große alte Thema der Popmusik: die Liebe. Bei der schönen US-Sängerin mit den rotblonden Locken bedeutet sie Schmacht, Sehnsucht und Schmerz, und das getragen von einer so vollen, samtigen Stimme, dass die 25-Jährige regelmäßig mit der verstorbenen Soul-Diva Amy Winehouse verglichen wird.

Melancholie und Nostalgie

Es wäre ein Wunder, wenn del Rey mit ihrem Debütalbum nicht ähnlich erfolgreich wird: "Born To Die" erscheint am Freitag (27.01.2011). Seit del Reys Single "Video Games" an einem Sommertag im August auf der Internet-Plattform YouTube auftauchte, lechzen die Fans nach mehr. Zu schön war diese melancholische Retro-Pop-Ballade, dessen Video den Glanz des alten Hollywood der 60er Jahre beschwört, all das in verblichenen, verwaschenen Bildern, der Super-8-Optik, die Nostalgiker so lieben.

Über 20 Millionen Abrufe im Internet

Mehr als 20 Millionen Mal wurde der Clip zu der großen Liebeshymne bis heute im Internet angeklickt, die Musikkritiker jubeln seitdem, und der Hype um Lana, diesem Mädchen mit dem Schmollmund und der großen Stimme, will nicht abreißen. Jetzt also kommt das Album. Zwölf Lieder sind das, in denen del Rey die alte Geschichte von einer Frau erzählt, die einen Mann liebt, von dem sie weiß, dass er ihr wehtun wird. "Don't make me sad, don't make me cry" (Mach mich nicht traurig, bring mich nicht zum Weinen), fleht sie im feierlichen Titelsong "Born To Die" - aber natürlich ist dieses Flehen vergebens.

Das Besingen der Qual in der Liebe

Nie besingt del Rey das Glück der Liebe, nie die Vollendung des Traums. Es ist zwar stets diese kompromisslose Liebe für die Ewigkeit, aber eine, die quälen wird: "There is no remedy for memory" (Es gibt kein Mittel gegen Erinnerung), haucht Lana und schwört später ihrem "Million Dollar Man": "I'd follow you down, down, down" (Ich folge dir nach unten, unten, unten). All das klingt getragen und melancholisch, oft düster, manchmal morbid, aber immer feierlich, immer groß, was wohl auch an den Streichern liegt und den Chorelementen, von denen die Lieder leben.

Musik, der man sich hingeben muss

"Born To Die" ist damit eine Mischung aus Sixties-Soul und modernem Pop, der auch mit Hip-Hop-Elementen spielt. Im Grunde aber sind es Lieder, bei denen man die Augen schließen muss. Wer das nicht kann, sollte Lana abschalten und Lady Gaga hören.


Stand: 26.01.2012, 14.45 Uhr