WDR 2 Musiktipp - 14.07.2012 Angus Stone - Broken Brights

Von Oliver Rustemeyer

Angus Stone stammt aus einer Musikerfamilie und spielte schon früh mit seinen Schwestern in der Schülerband. Sein erstes Soloalbum ist voller betäubend schöner Songs.

„Der Augenblick, in dem ein Song dich auswählt, wird kommen, und dann ist er einfach da. Man sollte immer bereit dafür sein. Sich entspannen und die Energie in eine Kreation hineinfließen zu sehen, ist genauso wichtig, wie zu wissen, wann die richtige Zeit gekommen ist. Die Idee steigt solange auf, bis sie den Flaschenhals erreicht. Loszulassen ist das beste an dem Ganzen.”


Der Musiker Angus Stone und das Cover seines Albums "Broken Brights"
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Musiker Angus Stone und sein erstes Soloalbum "Broken Brights"

Wuschelköpfiges Blumenkind

Angus Stone weiß, wovon er spricht. Nachdem er zusammen mit seinen Schwestern Julia (Trompete) und Catherine (Saxophon) unter der Leitung des Vaters in der Schülerband Posaune gespielt hatte, begann er früh mit dem Songschreiben. Vor sechs Jahren veröffentlichte er dann mit der jüngeren Schwester als modernes Hippie-Folkduo Angus & Julia die erste EP. Drei Alben folgten, von denen „Down The Way“ vor zwei Jahren sogar die Spitze der Charts zuhause in Australien erreichte.

Betäubend schön

Nachdem Schwester Julia zwei Soloalben veröffentlicht hat (das letzte erschien erst vor wenigen Wochen), versucht´s Angus Stone nun mit „Broken Brights“ auch im Alleingang – sieht man vom Werk „Smoking Gun“ als Projekt Lady Of The Sunshine vor drei Jahren einmal ab. Dabei tut dem 26-Jährigen die neue Freiheit ohne familiäre Bindung hörbar gut. Zuhause an den Stränden von Sydneys Vorort Newport, in einem indischen Blockhaus oder  in einem rustikalen Chateau in den Schweizer Alpen hat sich der Weltenbummler zu betäubend schönen Songs hinreißen lassen. 13 davon hat er im Alleingang fürs Album produziert.

Verrucht und komatös

Mag der Auftakt „River Love“ mit seinen Geigen und dem unperfekten Gesang noch an den frühen Bob Dylan oder „The Wolf And The Butler“ mit Gitarre und Mundharmonika an den Neil Young der Siebziger erinnern, so gewinnt Stone im verruchten „The Blue Door“ oder im komatös abgespaceten „Apprentice Of The Rocket Man“ an Tiefe wie heute vielleicht nur Cat Power, Ryan Adams oder die Silversun Pickups. Verzerrte Gitarren in „Bird On The Buffalo“ oder im verschrobenen „End Of The World“ prallen dazu auf Panflöte, Trompete oder Pfeifen an anderer Stelle. Gleich beim ersten Hören von „Broken Brights“ wird deutlich: Mit 26 Jahren ist Angus Stone der große Wurf gelungen – ein ungemein vielseitiges und bewegendes Album, das ihn ein Künstlerleben lang verfolgen könnte.

Angus Stone - Broken Brights
TrackTitel
1.River Love
2.Broken Brights
3.Bird On The Buffalo
4.Wooden Chair
5.The Blue Door
6.Apprentice Of The Rocket Man
7.Only A Woman
8.The Wolf And The Butler
9.Monsters
10.It Was Blue
11.Be What You Be
12.Clouds Above
13.End Of The World

Stand: 14.07.2012, 00.00 Uhr