WDR 2 Musiktipp - 14.09.2012: Ben Folds Five – The Sound Of The Life Of The Mind
Stellen Sie sich vor, die Gitarren fehlen – und keiner merkt es! Ausgerechnet Mitte der Neunziger, als die halbe Musikwelt alternativ rockte, ließ Pianist Ben Folds die Klampfe in der Ecke stehen. Bis heute kommt er gut ohne das für den Rock´n´Roll vermeintlich so unverzichtbare Instrument aus.

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Ausschnitt aus dem Cover "The Sound Of The Life Of The Mind"
Vier vom internationalen Musikerfeuilleton sehr geschätzte Alben hat der Mann aus North Carolina in den Neunzigern als Ben Folds Five eingespielt. Ohne Gitarre und ohne fünf. "Five" höre sich einfach besser an als "Three", so der Brillenträger zum missverständlichen Bandnamen. Ben Folds Five war nämlich genaugenommen schon immer nur ein Trio mit Robert Sledge am Bass und Darren Jessee am Schlagzeug.
Zurück in die Zukunft
Ohne beide musste Ben Folds zu Beginn des neuen Jahrtausends auskommen. Er veröffentlichte bis heute ein Dutzend Solo-Alben, darunter auch ein Werk mit dem britischen Schriftsteller Nick Hornby als Texter. Für eine Retrospektive entschied sich Folds im Vorjahr, dann auch drei neue Songs aufzunehmen – mit seinen ehemaligen Bandkollegen Sledge und Jessee.
Fans übernehmen Vorfinanzierung
Aus drei neuen Nummern wurden letztendlich weitaus mehr. Genügend Material also für das Comeback von Ben Folds Five – 13 Jahre nach der letzten gemeinsamen Veröffentlichung "The Unauthorized Biography Of Reinhold Messner". Fehlte nur noch ein Plattenvertrag. Die Vorfinanzierung übernahmen nach einem Aufruf im Internet schließlich loyale Fans mit großen Erwartungen. Der Bandname "Ben Folds Five" bürge schließlich für Qualität. Und so konnten letzten Endes weitaus mehr Sponsorengelder der Anhänger eingenommen werden, als für eine Albumproduktion nötig gewesen wären. Der Überschuss kommt nun wohltätigen Organisationen zugute.
Filigranes Flügelspiel
Gelohnt hat sich das finanzielle Vertrauen aber auch künstlerisch. "The Sound Of The Life Of The Mind" ist Balsam für Top 40-verseuchte Ohren, eine angenehme Abwechslung und Herausforderung für leidgeplagte Gehörgänge. Ben Folds wirbelt filigran über die Tasten, wirkt dabei niemals gehetzt. Die Arrangements seiner Bandkollegen und verpflichteten Streicher sind dabei so ausgefeilt und unvorhersehbar, dass dieses Album auch beim xten Durchlauf nach Unerhörters offenbart.
| Track | Titel |
|---|---|
| 1. | Erase Me |
| 2. | Michael Praytor, Five Years Later |
| 3. | Sky High |
| 4. | The Sound Of The Life Of The Mind |
| 5. | On Being Frank |
| 6. | Draw A Crowd |
| 7. | Do It Anyway |
| 8. | Hold That Thought |
| 9. | Away When You Were Here |
| 10. | Thank You For Breaking My Heart |
Stand: 14.09.2012, 12.53 Uhr
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