WDR 2 Musiktipp - 25.01.2013: Jake Bugg – Jake Bugg
Natürlich wäre er lieber in den Sechziger Jahren auf die Welt gekommen - und nicht in den lauten, alternativen Neunzigern. Aus der Not macht der mit dem Pech der späten Geburt Behaftete eine Tugend: Jake Bugg spielt die Zeit der ersten großen Singer-Songwriter auf seinem Debütalbum einfach nach. Und schlägt dazu dezente Brücken zu britischen Erben wie Oasis und den Arctic Monkeys.

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Cover des Albums "Jake Bugg", Jake Bugg an der Gitarre
Vincent bei den Simpsons
Bezeichnenderweise hat der Engländer die glorreiche musikalische Vergangenheit in einer Folge der "Simpsons" kennengelernt. Darin hörte Bugg "Vincent" von Don McLean: "Ich wollte unbedingt wissen, wer das war. Ich wollte einfach lernen, diesen Song zu spielen und ähnliche Stücke selbst zu komponieren."
Spurensuche im Vinylregal
Während Gleichaltrige in seiner Schule HipHop und Dubstep hörten, stöberte Bugg plötzlich im Vinylregal der Musikgeschichte, entdeckte die Beatles, Bob Dylan, Donovan und die Everly Brothers. Mit 15 trat er dann mit seinen eigenen Songs in Bars auf, mit 17 schon beim Glastonbury Festival - noch ohne Albumveröffentlichung. Das war erst im letzten Sommer.
Mit Noel durch die USA
Seitdem ist viel passiert. Der 18-Jährige hat vor den Stone Roses gespielt, Noel Gallagher zuhause auf der Insel und auch auf US-Tour begleitet. Sein "Country Song" wurde als Untermalung zu einem Werbespot für Bier in England zum Hit und das Albumdebüt katapultierte sich im vergangenen Oktober gleich an die Spitze der britischen Verkaufs-Charts.
Charme des Unperfekten
Darauf kokettiert der Teenie mit dem holprigen Charme der Sechziger. Seine herrlich schön einfach und altmodisch klingenden Songs durchzieht der Hauch des Unperfekten. Jake Bugg singt frühreif von der Perspektivlosigkeit des Erwachsenwerdens zwischen grauen Reihenhaussiedlungen in Nottingham. Sein eindringlicher Gesang und das feinsinnige Spiel auf der Wanderklampfe ("Broken", "Trouble Town") und Mundharmonika ("Simple As This") dürften vor allem diejenigen verblüffen, die nach Donovan, Dylan und den Beatles nichts Ähnliches mehr vernommen haben und sich in der modernen Musikwelt verloren fühlen. Seine Stromgitarren in charmanter Schräglage (wie im Pub-Stampfer "Lightning Bolt") sollten dazu nicht nur die Gallagher-Brüder beeindrucken.
| Track | Titel |
|---|---|
| 1. | Lightning Bolt |
| 2. | Two Fingers |
| 3. | Taste It |
| 4. | Seen It All |
| 5. | Simple As This |
| 6. | Country Song |
| 7. | Broken |
| 8. | Trouble Town |
| 9. | Ballad Of Mr. Jones |
| 10. | Slide |
| 11. | Someone Told Me |
| 12. | Note To Self |
| 13. | Someplace |
| 14. | Fire |
Stand: 25.01.2013, 15.15 Uhr
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