WDR 2 Musiktipp - 07.09.2012: Calexico - Algiers
Die US-Band Calexico hat ihr neues Album in Algiers Point, einem Stadtviertel von New Orleans, eingespielt. Genauso hört es sich auch an: Es fiebert nur so vor schwüler Hitze und sumpfiger Luftfeuchtigkeit.

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Ausschnitt aus dem Cover des Albums "Algiers" von Calexio
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- Audio: WDR 2 Musiktipp: Calexico - Algiers (09.09.2012) Andreas Zimmer, WDR 2 Musikclub - Der Sonntag
Calexico ist das Ende. Das des goldenen Sonnenschein-Staates. Kalifornien stößt hier direkt auf Mexiko. Die Grenze verläuft direkt durch die Städte Calexico auf US-Seite und Mexicali dahinter – zwei kunstvolle Wortspielereien der beiden Welten, die aufeinanderprallen: aus "Kalifornien" und "Mexiko". Die Band Calexico stammt zwar genaugenommen aus Tucson in Arizona, hat aber ihre spirituelle Heimat seit 15 Jahren genau in diesem Grenzgebiet gefunden.
Wunderschöne musikalische Landschaften
Damals veröffentlichten Sänger und Gitarrist Joey Burns sowie Schlagzeuger John Convertino, die ihre ersten Schritte in den Achtzigern noch als Mitglieder von Giant Sand unternahmen, das Debüt "Spoke". Seitdem liegt ihnen die weltweite Musikkritik zu Füßen, hat sich herumgesprochen, dass Calexico für eine musikalische Heimat jenseits ausgelatschter Trampelpfade steht. In ihren Studioalben und Soundtracks skizzieren mexikanische Mariachi-Bläser, kubanische Folkloristen und US-amerikanische Country-Jazz-Folk-Rocker wunderschöne musikalische Landschaften.
Schönheit des Trostlosen
Calexico machen staubtrockene, spröde Wüstenlandschaften hörbar, inszenieren die Schönheit des Trostlosen, feiern die Faszination der kargen Einöde – sei es im vor sich hinrumpelnden "Splitter" mit euphorischem Gebläse, im herzzerreißenden "No Te Vayas", im stoisch-tristen "Para" oder im verruchten "Sinner In The Sea" mit kubanischer Rhythmik.
Sumpfige Luftfeuchtigkeit
"Algiers", das nicht in Calexico oder Tucson, sondern – wie der Name schon sagt – im New Orleans-Viertel Algiers Point in einer ehemaligen Baptistenkirche eingespielt wurde, fiebert nur so vor schwüler Hitze und sumpfiger Luftfeuchtigkeit. Die 20 in die Produktion involvierten Instrumentalisten bleiben dennoch bewunderswert entspannt und gelassen. "Wenn alles um dich herum in Ordnung scheint", so die Beteiligten, "wenn dein Zuhause eine verlässliche Oase ist, wenn du mit deinem besten Freund in einem tollen, kleinen Studio in New Orleans stehst, wo es ständig unfassbar lecker nach Shrimp Creole, Jambalaya, Fried Frog Legs, Root Beer BBQ Pork Chops, Red Beans und Reis duftet – was soll da eigentlich noch schief gehen?! Wir haben in den letzten Jahren so viele merkwürdige Situationen hinter uns gebracht, all diese Sessions mit Victoria Williams, Iron & Wine, Willie Nelson, Roger McGuinn, Nancy Sinatra, Neko Case, all die Soundtracks, an denen wir gearbeitet haben. Dagegen war das hier wie Urlaub."
Fantastisch öde für Einsteiger
Und dieser sei jetzt vor allem Einsteigern erlaubt. "Algiers" klingt zwar nicht so originell wie der großartige Vorgänger "Carried To Dust" vor vier Jahren, bietet aber einen poppigen, unkomplizierten Eintritt in die fantastisch öde Welt von Calexico.
| Track | Titel |
|---|---|
| 1. | Epic |
| 2. | Splitter |
| 3. | Sinner In The Sea |
| 4. | Fortune Teller |
| 5. | Para |
| 6. | Algiers |
| 7. | Maybe On Monday |
| 8. | Puerto |
| 9. | Better And Better |
| 10. | No Te Vayas |
| 11. | Hush |
| 12. | The Vanishing Mind |
Stand: 07.09.2012, 12.12 Uhr
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