WDR 2 Musiktipp - 26.05.2012 Fun. - Some Nights

Von Oliver Rustemeyer

Vorhang auf für Fun.: Gleich im Intro von "Some Nights" betritt Nate Russ, der Neffe eines Broadways-Sängers, die große Bühne und schmettert exzentrisch seine Arie. Eine Inszenierung, die an den "Great Pretender" Freddie Mercury erinnert.

Mit fliegenden Fahnen


Cover-Ausschnitt "Some Nights"
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Cover-Ausschnitt "Some Nights"

Im Verlaufe des zweiten Albums vom New Yorker Trio, wenn die elektronische Verstärkung einsetzt, kommen Künstler wie Mika, die Scissor Sisters, MGMT oder The Ark in den Sinn. Fun. (nie ohne Punkt schreiben!) suchen die ähnlich enthusiastische Inszenierung, ihr unbeschwerter Powerpop glitzert opulent. Im Titelsong marschieren die Jungs zu perkussiven Rhythmen mit fliegenden Fahnen ein. Und in "Carry On" steigert sich der dezente Pianovorlauf übers Folk-Akkordeon bis hin zur heulenden Stromgitarre.

Neigung zur Übertreibung

Gelegentlich neigen Fun. auch zur Übertreibung. Im aufgekratzten, hibbelig-nervösen "It Get's Better" überspannen die Amerikaner kurzfristig den Bogen. Und auch die unvorhersehbaren Brüche im wendungsreichen "Stars" voll überzogener technischer Verfremdungen und Spielereien zerren an den Nerven.

Weltweite Spaßgesellschaft

Das restliche Material allerdings dokumentiert, dass Fun. noch mehr drauf haben als diesen einen enthusiastischen Sommerhit, der nach Amerika nun auch Europa euphorisiert. "We Are Young" lauerte Anfang Dezember in einer Folge der US-TV-Serie "Glee", katapultierte sich daraufhin am Heiligen Abend an die Spitze der amerikanischen Billboard-Charts, tauchte Anfang Februar in einem Werbespot zur besten Sendezeit während des Superbowls auf und unterhält seitdem Vergnügungssichtige auf der halben Welt. Seitdem haben nicht nur Fun. fun.

Fun. - Some Nights
TrackTitel
1.Some Nights Intro
2.Some Nights
3.We Are Young
4.Carry On
5.It Gets Better
6.Why Am I The One
7.All Alone
8.All Alright
9.One Foot
10.Stars
11.Out On The Town

Stand: 24.05.2012, 18.38 Uhr