WDR 2 Musiktipp - 28.09.2012: Muse - The 2nd Law
Auch wenn sie von ihren letzten Alben weltweit jeweils über zwei Millionen Einheiten absetzen konnten, vor drei Jahren auf Platz 1 in Großbritannien und Deutschland sowie auf 3 in den USA landeteten: Die meisten Menschen dürften Muse erst bei der Olympischen Eröffnungsfeier in London kennengelernt haben.
Die Musiker aus dem Südwesten Englands konnten bei der Zeremonie mit ihrem Song "Survival" mächtig Eindruck schinden.

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Das neue Album "The 2nd Law" von Muse, hier bei einem Auftritt bei den NME Awards
Wo´s weh tut
- Audio: WDR 2 Musiktipp Muse - The 2nd Law: Keine leichte Kost, aber vielseitig und intensiv - empfehlenswert (28.09.2012) Oliver Rustemeyer/ Gudrun Höpker, WDR 2 Westzeit
Großes Orchester, operettenhafte Chöre, abgefeuerte Stromgitarrensalven, wuchtige Sounds, komplexe, unvorhersehbare Arrangements: Ein Schwergewicht mit aufwendigen Strukturen, die man in dieser Intensität seit Queens "Bohemian Rhapsody" nicht mehr gehört hat. Die Mitglieder der Band, die seit Mitte der Neunziger zusammen spielen und jetzt mit "The 2nd Law" das sechste Studioalbum veröffentlicht haben, sprengen die Grenzen des gängigen, leicht verdaulichen Popsongs und gehen gerne dahin, wo´s weh tut. Mag das neue Werk beim ersten Hören noch stellenweise anstrengend klingen, so öffnet es sich mit Zeit und bleibt so nachhaltig spannend und interessant.
Wiegenlied vor der Explosion
Genauso öffnet sich jeder Song. Dabei ist jeder anders. "Supremacy" zum Auftakt – vielleicht noch am ehesten mit der ersten Vorab-Single zu vergleichen – hätte sich mit seinen bombastischen Fanfaren und cineastischen Strukturen auch im neuen James-Bond-Film gut gemacht. Geradezu reduziert dagegen die folgende aktuelle Single "Madness" mit ihrem zunächst verstörenden, dann aber hypnotisierenden Beat. "Panic Station" lebt dagegen vom zackig-hibbeligen, fonky Groove, dem schon britische Bands der jüngeren Nu-Wave-Generation wie Franz Ferdinand verfielen. "Follow Me" wiederum lockt mit wummerndem Beat auf die Tanzfläche. Das für ihre Verhältnisse fast schon als Schlaflied zu bezeichnende "Explorers" wiegt in trügerischer Sicherheit – bis die aufgekratzten und rastlosen Muse wieder explodieren.
Als ging´s um sein Leben
Dabei singt Matthew Bellamy, der früher seine Stimme noch weitaus extremer als Sirene einsetzte, noch immer mit hochrotem Kopf, als ging es um sein Leben. Großer Aufwand – große Wirkung. Muse haben mit "The 2nd Law" einmal mehr ein Album veröffentlicht, das in der gleichförmigen Musiklandschaft Eindruck hinterlässt. Auf Dauer.
| Track | Titel |
|---|---|
| 1. | Supremacy |
| 2. | Madness |
| 3. | Panic Station |
| 4. | Survival (Prelude) |
| 5. | Survival |
| 6. | Follow Me |
| 7. | Animals |
| 8. | Explorers |
| 9. | Big Freeze |
| 10. | Save Me |
| 11. | Liquid State |
| 12. | The 2nd Law: Unsustainable |
| 13. | The 2nd Law: Isolated System |
Stand: 28.09.2012, 00.00 Uhr
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