Public Image Limited Kontrovers und spannend

Von Helmut Brasse

John Lydon gehörte als Johnny Rotten lange den legendären Sex Pistols an, danach gründete er unter seinem eigenen Namen "Public Image Limited" - eine der innovativsten Bands der so genannten "Post-Punk-Ära".


John Lydon von "Public Image Limited" auf der Bühne im Jahre 2009
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WDR 2 Musikclub erinnert an ein legandäres Konzert von 1983: Hier ist John Lydon von "Public Image Limited" im Jahre 2009 zu sehen

Er ist eine der kontroversen und gleichzeitig spannenden Figuren der britischen Musikszene. John Lydon, auch bekannt als Johnny Rotten. Unter diesem Namen gehörte der Brite den legendären "Sex Pistols" an. Jene Band, die als Begründer der Punk-Bewegung gilt, obwohl sie letztlich die ganze Welt nur an der Nase herumgeführt haben. Inszenierte Skandale sorgten für jede Menge Publicity und die Chaos-Gruppe, hinter der ein cleverer Manager stand, war mit einem Mal die führende Punk-Band. Um dann selbige Bewegung wieder ad absurdum zu führen. Rotten verließ die Band im Streit 1978 und in dem danach gedrehten Film "The Great Rock'n Roll Swindle" behauptete der Manager, die Band und all ihr Chaos nur erfunden und inszeniert zu haben.

Nach seiner Trennung von den "Sex Pistols" gründete Rotten unter seinem eigentlichen Namen John Lydon "Public Image Limited". Mit dieser Band distanzierte er sich deutlich von der Punk Szene und produzierte in den Jahren von 1978 bis 1993 acht Studioalben. Die Band erreichte zwar nie die Berühmtheit der "Sex Pistols", zählt aber zu den innovativsten Bands der so genannten "Post-Punk-Ära".

Vom Punk zur Avantgarde

Die ersten drei Alben von "Public Image Limited" gelten heute als ihre Klassiker. Die Band produzierte eine extrem experimentelle Rock- und ebenso Dance-Musik. Lydon zeigte, dass er zu mehr fähig ist als nur Skandale zu inszenieren. Die Urbesetzung von "P.I.L." hielt allerdings nicht lange, nach drei Alben stiegen bis auf John Lydon und Schlagzeuger Martin Atkins alle Mitglieder aus. Lydon gab aber nicht auf und fand Session-Musiker, mit denen er dann 1983 als "P.I.L." um die Welt tourte. Sein Weg führte ihn damals auch vor die Kameras vom "Rockpalast".

Am 31. Oktober 1983 gab die Band ein Konzert in der "Zeche Bochum", das unlängst auf DVD veröffentlicht wurde. Das Konzert enthält Songs aus den ersten "P.I.L."- Alben und erstaunlicherweise einen "Sex Pistols"-Hit. In unserem Rockpalast-Special hören wir einige Highlights aus diesem inzwischen historischen Auftritt.


Stand: 20.10.2012, 00.00 Uhr