Replay des Monats Januar: Gerry Rafferty - City to City

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Ausschnitt des Covers "City To City" von Gerry Rafferty
Probleme mit Starkult
Trotz allem Erfolg soll Gerry Rafferty nie richtig glücklich mit seinem Musikerleben gewesen sein. Er wollte Musik machen, am liebsten verschanzt im eigenen Studio. Live-Auftritte und vor allem Starkult waren für den introvertierten Künstler eher ein Graus. Auch mit dem Musikgeschäft als solches kam er nicht klar. Nicht zuletzt verursacht durch jahrelange rechtliche Streitigkeiten nach dem Ende von "Stealers Wheel". Nach deren Auflösung 1975 durfte er drei Jahre lang keine neuen Aufnahmen mehr veröffentlichen. "City to City" war das erste Werk nach dieser Zwangspause. Und einige Texte wie "Baker Street" reflektieren seine Probleme und Zweifel über das Leben als Musiker. Ironischerweise brachte dieser Song und sein enormer Erfolg Gerry Rafferty erst in den Sog des Musikgeschäfts, wo er eigentlich nicht sein wollte. In den Folgejahren machte er weiterhin gute Alben, wenn auch mit rückgängigen Umsätzen und schließlich immer größeren Abständen. Zudem wurde er schwer alkoholabhängig, was letztlich zu seinem frühen Tod mit nur 63 Jahren führte.

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Gerry Rafferty
Neuauflage bislang nur in England
Im September 2011 wurde "City to City" in England neu aufgelegt. Es ist aber kein "Nachruf", denn die neue Fassung sollte ursprünglich im Frühjahr 2010 erscheinen. Gerry Rafferty selbst hat noch an der Entstehung mitgewirkt. "City to City" wurde zu einer Doppel-CD erweitert. Das originale Album enthält nun zusätzlich eine damalige Single B-Seite. Die zweite CD bietet 8 Demoaufnahmen zum Album. Die sehr hörenswert sind, denn es sind nicht nur einfache Songideen auf einer akustischen Gitarre. Rafferty hatte seine Songs schon sehr weit arrangiert, wenn auch noch anders als auf dem fertigen Werk. So überrascht "Baker Street" bereits mit der markanten Saxophon-Melodie, hier allerdings auf einer E-Gitarre gespielt.
"City to City" ist in der neuen Fassung leider nur als Import erhältlich. Doch die Suche lohnt sich, man findet ein zeitlos schönes Album mit spannenden Einblicken in seine Entstehung.
Stand: 04.01.2012, 12.09 Uhr
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