Tödliche Fußball-Krawalle in Ägypten Gewalt geht weiter

Nach den Stadionkrawallen mit 74 Toten ist die Gewalt in Ägypten am Freitag weiter eskaliert und hat mindestens drei Menschen das Leben gekostet. In Kairo kam es den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Die Protestierenden werfen den Sicherheitskräften Versagen, teilweise auch absichtliche Untätigkeit vor. In Sprechchören fordern sie die Hinrichtung des Vorsitzenden des Militärrats, Feldmarschall Hussein Tantawi.


Proteste in Ägypten

Schüsse vor dem Innenministerium

Ein Demonstrant wurde vor dem Innenministerium aus nächster Nähe erschossen, wie ein Arzt mitteilte. Zahlreiche Menschen seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. In Suez schossen Polizisten laut Augenzeugenberichten bei Demonstrationen nach dem blutigen Fußballspiel mit scharfer Munition in die Menge, töteten zwei Demonstranten und verwundeten 15 weitere Menschen. Der Sicherheitschef bestritt, dass die Opfer durch Schüsse von Polizisten gestorben seien.


Fans des Al-Masry-Teams verfolgen die Al-Ahly-Spieler, die vom Platz rennen (01.02.2011)

Polizei in Suez schoss in die Menge

Es waren die ersten Todesopfer bei Kundgebungen seit den schweren Ausschreitungen nach einem Fußballspiel in Port Said am Mittwochabend, bei denen 74 Menschen ums Leben kamen. Vor dem Polizeihauptquartier in Suez versammelten sich etwa 3.000 Menschen, nachdem die Nachricht die Runde machte, eines der Opfer stamme aus Suez. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt und mit scharfer Munition in die Menge geschossen, berichteten Augenzeugen. Ein dritter Demonstrant schwebe in Lebensgefahr.

Hat die Polizei die Gewalt im Stadion geschehen lassen?

Die Demonstranten in Kairo und anderen Städten sowie Abgeordnete des neu gewählten Parlaments werfen der Polizei vor, gegen die Ausschreitungen in dem Stadion nicht entschieden vorgegangen zu sein oder die Gewalt sogar geschehen haben zu lassen. Die Proteste richten sich auch gegen den regierenden Militärrat. Viele vermuten, dass hinter den Stadionkrawallen eine geplante Aktion desselben stecke, als Vergeltung für die Schlüsselrolle der als Ultras bekannten Fußballfans bei den Protesten, die zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak geführt haben.


Stand: 03.02.2012, 18.34 Uhr



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