Convenience-Food im Trend Essen to go

Von Anita Horn

Fertigessen ist zur Zeit in aller Munde, "Convenience-Food" genannt - zu deutsch "Bequemlichkeits-Essen". Das sind etwa verzehrfertige Salate, angebratene Hähnchenstücke oder warme Suppen zum Mitnehmen. Aber ist dieser Essens-Trend, der sich auch in NRW immer mehr durchsetzt, gesund, und ist das Preis-Leistungs-Verhältnis okay?


Fertig zu bereitete Speisen zum direkten Verzehr

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Obstkörbe mit einzelnen Äpfeln und Bananen, daneben Tütensuppen mit einer Mikrowelle und Plastiklöffeln - Convenience-Food ist zum direkten Verzehr. Die Zielgruppe: Studenten, Singles, eilige Büromenschen oder Pendler. Sie nutzen das Angebot, um sich schnell frisch zu versorgen und Zeit zu sparen. Die Portionen sind klein und nicht lange haltbar. Für zwischendurch eben. Wocheneinkäufe sind hier nicht vorgesehen.

Kleine Portionen, große Preise

Die Idee ist nicht neu, die Vielfalt schon. Ob ein halbes warmes Hähnchen mit Beilage oder frisches Sushi, das Geschäft mit Convenience-Produkten ist bereits ein Milliarden-Markt. Experten gehen davon aus, dass zehn Prozent der Summe, die in Deutschland jedes Jahr für Nahrungs- und Genussmittel ausgegeben wird, für Convenience-Food anfällt. Unternehmensberater Stephan Fetsch: "Ich behaupte, dass Convenience heute schon jenseits der Nische ist, wenn Sie durch Discounter gehen, sehen sie schon Convenience-Produkte beim Discounter. Deutschland ist in Europa bis dato das am stärksten preisgetriebene Land gewesen. Was wir jetzt sehen, ist, dass das Preiskriterium aufgeweicht wird." Frische und Bequemlichkeit sind einigen Kunden den Aufpreis offennsichtlich erst einmal wert.

Supermarkt oder Convenience

Doch am Monatsende bekommt der Kunde die Quittung. Auf Dauer sind die kleinen Portionen tückisch und ein echter Luxus. Laut Fetsch versuchen die Unternehmen deshalb Convenience-Formen zu finden, die auch für andere Bevölkerungsschichten und Haushaltstypen akzeptabel sind. In den Niederlanden betreibt ein großes Unternehmen bereits mehr als 50 "to-go"-Läden. Bis 2016 sind dort, in Belgien und Deutschland 150 Neueröffnungen geplant. Bis dahin muss jeder selbst abwägen, ob er lieber tief in die Tasche greift oder doch kurz hungrig in der Warteschlange steht.


Stand: 17.09.2012, 09.30 Uhr