Havarie der "Costa Concordia": Entschädigung gilt auch für deutsche Passagiere
Die Reederei des verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" will auch den deutschen Passagieren eine Entschädigung von 11. 000 Euro zahlen. Derweil nehmen die gegenseitigen Schuldzuweisungen nach der Havarie zu.
Zusätzlich übernehme die Reederei weitere Kosten wie den Preis für die Kreuzfahrt, für An- und Abreise und die Ausgaben an Bord, teilte die deutsche Niederlassung von Costa Kreuzfahrten am Freitag in Hamburg mit. Die Einmalzahlung von 11. 000 Euro werde allen Gästen angeboten, auch Kindern jeden Alters, die gratis an der Kreuzfahrt teilnahmen.

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Blick auf die Costa Concordia
Acht Deutsche werden noch vermisst
Mittlerweile konnten unter den geborgenen Opfern des Schiffsunglücks vier Deutsche identifiziert werden, so am Donnerstag ein Mann aus Nordrhein-Westfalen. Zudem konnte ein Berliner identifiziert werden. Der Mann war gehbehindert - wie seine Begleiterin, von der bis jetzt jede Spur fehlt.
Keine Suche nach Überlebenden mehr
Etwa 20 Menschen werden noch vermisst, darunter acht Deutsche. Die Taucher hatten bislang 16 Tote gefunden. Nun werde aber nicht mehr nach Überlebenden gesucht, sagte Krisenstabsleiter Franco Gabrielli: "Wir werden uns ganz langsam der Vorstellung annähern müssen, dass es keine Hoffnung mehr gibt."
Rechtzeitiger Alarm hätte Opfer verhindert
Der zuständige Hafenkommandant sagte während einer Anhörung in Rom, die Verantwortung für den Schiffbruch liege "mit Sicherheit" bei Kapitän Schettino. Dieser habe eine "kostbare Stunde" bei der Evakuierung verstreichen lassen, das habe viele Opfer unter den 4.200 Passagieren des Luxus-Liners gekostet. Bei einem rechtzeitigen Alarm hätte es vielleicht gar keine Toten gegeben.

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Kapitän Schettina auf einem Foto, das Urlauber geknipst haben
Reederei streitet Mitschuld ab
Kapitän Schettino hatte behauptet, er habe das Schiff auf Anweisung der Reederei so nah an die Felsen manövriert. Dem widersprach bei der Anhörung im römischen Senat die Costa-Reederei: "Dieses Manöver war nicht autorisiert. Wir waren darüber nicht informiert", wird die Aussage von Costa-Chef Pierluigi Foschi im Senat zitiert. Schettino habe das allein entschieden.
Anhörung im Theater
Die zuständige Ermittlungsrichterin will eine erste Anhörung im Beweissicherungsverfahren am 3. März abhalten. Ort wird vermutlich ein Theater sein - wegen des erwarteten Andrangs.
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Taucher am Schiffsrumpf der havarierten "Costa Concordia" (Fotostrecke 1)
Umgebung des Wracks bereits chemisch stark verunreinigt
Sorgen bereitet die drohende Umweltverschmutzung rund um das Wrack. Zwar präparieren seit Mittwoch bereits Experten einer niederländischen Bergungsfirma das havarierte Schiff. Sie sollen vor allem die Verschmutzung durch die vielen tausend Liter Treibstoff verhindern und die Schifftanks leerpumpen. Mittlerweile registrierte jedoch die toskanische Umweltbehörde Arpat im Wasser rund um das Schiff eine als hoch eingeschätzte Konzentration von Tensiden, also Chemikalien aus Wasch- und Reinigungsmitteln.
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Stand: 27.01.2012, 17.51 Uhr
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