Datenbank für Medikamenteneinsatz bei Hähnchenmast : NRW will bessere Dokumentation
NRW will als erstes deutsches Bundesland eine Antibiotika-Datenbank starten, die den Einsatz der Medikamente dokumentieren soll. Gegner großer Agrarbetriebe sehen sich in ihrer Grundsatzkritik bestätigt.
NRW fordert seit längerem die Halbierung der Antibiotikamenge innerhalb von drei Jahren. Wenn Tierärzte Antibiotika verschreiben, müssten die Mengen mit Namen und Adresse des Arztes komplett erfasst werden, schreibt das NRW-Ministerium in einer Reaktion auf Aigners Entwurf.
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Ein Hähnchen im Alter von etwa fünf Wochen steht in einem Stall (Fotostrecke 1)
Rufe nach besseren Informationssystemen
Nach dem Gesetzentwurf des Verbraucherministeriums sollen etwa die Regeln zur Anwendungsdauer und Dosierung verschärft werden. Zudem erhalten die Überwachungsbehörden einen besseren Zugriff auf Daten. Das Gesetz, dem der Bundesrat zustimmen muss, könnte im Herbst in Kraft treten. Umwelt- und Verbraucherschützer kritisierten die Pläne als unzureichend. Die Pläne des Bundes gegen den Antibiotika-Einsatz bei Geflügel sei eine "Mogelpackung".
Gefährliche Keime
Studien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten ergeben, dass bis zu 96 Prozent der Masttiere mit Antibiotika behandelt werden. Über den Verzehr von Lebensmitteln können Menschen Keime aufnehmen, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. Das kann dazu führen, dass die Arznei auch bei kranken Menschen nicht anschlägt. Seit Anfang 2011 würden Antibiotika-Gaben bei Rindern und Schweinen komplett erfasst, bei Geflügel dagegen nicht, sagte ein Sprecher von NRW-Verbraucherschutz-Ministers Johannes Remmels.
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Stand: 11.01.2012, 18.17 Uhr
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