Hirnforscher warnt vor "digitaler Demenz": Schadet zu viel Computer?
Digitale Medien wie Computerspiele und Internet machen nach Ansicht des Hirnforschers Manfred Spitzer süchtig und schaden dem Gedächtnis. Soziale Netzwerke beeinträchtigten zudem das Sozialverhalten.
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Der Neurowissenschaftler Prof. Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer (Fotostrecke 1)
Mangelnde Gehirnbildung, vor allem in den für Aufmerksamkeit und für soziale Funktionen zuständigen Bereichen, führe zu Aufmerksamkeitsstörungen und gesteigerter Depressivität. Computerspiele und Internet könnten eine "digitale Demenz" auslösen. In seinem neuen Buch "Digitale Demenz - Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen" plädiert der Hirnforscher und Neurobiologe Prof. Manfred Spitzer für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.
Gehirn schrumpft
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- Audio: Neurowissenschaftler Manfred Spitzer: "Computer machen blöd" (05.08.2012) Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (Neurowissenschaftler und Bildungsforscher) / Jürgen Mayer, WDR 2 am Sonntag
"Wenn das Gehirn nicht gebraucht wird, dann schrumpft es", sagte der Ulmer Psychiatrieprofessor Manfred Spitzer im Gespräch mit WDR 2. Und die digitalen Medien nähmen dem Gehirn viel Arbeit ab. "Dann müssen wir uns nicht wundern, was mit unserem Gehirn passiert." Als Beispiel nannte er die Navigationsgeräte. Deren Gebrauch führe dazu, dass man sich langfristig nicht mehr auskenne. Auch Informationen, die wir aus dem Computer vorgesetzt bekämen, speichere das Gehirn mit geringerer Wahrscheinlichkeit ab. Das hätten auch andere Forscher schon in Studien bewiesen. "Über Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Medien wird hierzulande praktisch überhaupt noch nicht gesprochen, und das möchte ich ändern", so Spitzer. Als Gehirnjogging empfahl er: "leben". Sudoku oder Kreuzworträtsel brächten da eher weniger.
Negative Folgen gerade für Kinder und Jugendliche
Kinder bis zwei, drei Jahre könnten gar nichts von digitalen Medien lernen. Setze man sie in diesem Alter schon davor, behindere man sie in der Sprachentwicklung. Aber auch "Fernsehen im Kindergartenalter macht die Bildung schlechter, macht Aufmerksamkeitsstörungen, macht Sprachentwicklungsstörungen und Lese-, Rechtschreibstörungen", das sei eindeutig nachgewiesen, betonte der Wissenschaftler. Und auch im späteren Alter gebe es noch negative Folgen: Ein Computer oder eine Playstation im Jugendzimmer verschlechtere die schulische Leistungen.
Stand: 05.08.2012, 10.03 Uhr
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