Blindgänger in Nordrhein-Westfalen Explosives Erbe

In Solingen ist am Dienstag (04.09.2012) eine 250 Kilo schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden, in Bielefeld steht am Mittwoch (05.09.2012) eine Entschärfung an. Ende August wurden in Mühlheim für eine Bombenräumung mehr als 15.000 Menschen evakuiert. Wie kommt es, dass derzeit so viele gefährliche Blindgänger gefunden werden?


Ein Mann im blauen Polohemd mit einem ausgebauten Zünder neben einer mit Erde verkrusteten aufrecht stehenden Fliegerbombe.
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Diese zehn Zentner schwere Fliegerbombe entschärfte Feuerwerker Peter Gieseke am 24.08.2012 in Mülheim

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Die aktuellen Fälle waren zwar besonders spektakulär, aber kein Anzeichen für einen neuen Trend. "Der Eindruck täuscht. Wir finden in jedem Jahr ungefähr die gleiche Menge Bomben", sagt Kai Kulschewski, als Dezernent für Kampfmittelbeseitigung bei der Bezirksregierung Düsseldorf zuständig für die Entschärfung der Blindgänger. Dazu zählen neben den Fliegerbomben auch Artilleriegeschosse und Handgranaten.

Gezielte Suche mit Luftbildern

Um den Blindgängern auf die Spur zu kommen, bedienen sich die Experten der Kampfmittelräumung vor allem historischer Luftbilder: "Wir suchen gezielt danach. Wenn Bauvorhaben anstehen, werden wir beteiligt. Wir gucken dann in Luftbildern, ob wir möglicherweise mit Kampfmitteln zu tun haben", beschreibt der Dezernent die Arbeit seiner Abteilung. Immer wieder werden aber auch Bomben zufällig gefunden, und auch die müssen dann von Mitarbeitern der Kampfmittelbeseitigung unschädlich gemacht werden.

Ruhrgebiet und Rheinland besonders betroffen

"Besonders betroffen sind das Ruhrgebiet als damaliger Schwerpunkt der Schwerindustrie, aber auch die Städte Düsseldorf und Köln und der gesamte Niederrhein, der im Krieg sehr stark mit Artillerie beschossen wurde", erläuterte Kulschweski im Gespräch mit WDR 2 Moderatorin Annette Wieners die Lage im Land. Obwohl bei den teilweise Jahrzehnte alten Sprengkörpern natürlich besondere Vorsicht geboten ist, seien aus der jüngeren Vergangenheit keine Fälle bekannt, in denen Bomben unkontrolliert explodiert seien. Die großflächige Evakuierung des Gebietes um einen Fundort sei trotzdem eine notwendige Vorsichtsmaßnahme, "da muss jede Stadt optimal drauf vorbereitet sein, denn wir wollen natürlich nicht, dass Personen dabei zu Schaden gehen."


Stand: 04.09.2012, 12.31 Uhr