Wie sauber ist unser Regen?: Kein Trinkwasser von oben
Regen, Regen, Regen. Fast hat man sich daran gewöhnt. Aber wie gut ist das Wasser eigentlich, das da auf uns niederprasselt? Kann man es trinken oder ist es verschmutzt? WDR 2 ist der Frage auf den Grund gegangen.
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Die Geruchsprobe: WDR 2 Reporter Horst Kläuser im Bergischen Wasserlabor (Fotostrecke 1)
Uns geht es bei der Frage nicht um das Regenwasser, das in Talsperren gesammelt und durch die Wasserwerke und -leitungen zu uns kommt. Auch nicht um das Brauchwasser, das immer mehr Menschen sammeln und zur Klospülung, zum Wäschewaschen oder (bei anderem Wetter) zum Begießen im Garten nutzen. Gemeint ist das direkt aufgefangene Wasser "frisch aus dem Himmel".
Ab ins Labor
Audios
- Audio: Test: Regenwasser taugt nicht als Sprudelersatz (17.07.2012) Gudrun Höpker / Horst Kläuser, WDR 2 Westzeit
- Audio: Regenwasser in Solingen: Kann man das trinken? (17.07.2012) Uwe Schulz / Horst Kläuser, WDR 2 Morgenmagazin
Gesammelt wurde der Regen in der Nähe von Schloss Burg im Bergischen Land. Und zwar in einer großen (nur mit klarem Wasser gespülten) Schüssel. Kein Spülmittel, kein Plastik sollen Geschmack und Zusammensetzung verändern. Und dann ab ins Labor.
Staub rausgewaschen?
Das Bergische Wasserlabor der Wuppertaler Stadtwerke hatte sich bereit erklärt, das frische Wasser zu untersuchen. Nicht, dass wir etwa Gift im Wasser erwarteten, aber wir wollten schon wissen, was außer H2O drin ist. Staub? Der müsste nach dem Dauerregen der letzten Tage eigentlich langsam rausgewaschen sein.
Saurer Regen
Der Labortest fällt ernüchternd aus. Das Bergische Regenwasser war wirklich nicht so klar. Und dann die Säure. Aus der Schule weiß man, dass alles unter einem pH-Wert von 7 sauer ist, was drüber liegt, basisch. Der gemessene Wert lässt stutzen: ein pH-Wert von 4,57 - nicht gut, der klassische Saure Regen also. Nur aufwändige Tests könnten Aufschluss über die Säure, vielleicht schwächste Salpeter-, Kohlen- und Schwefelsäure geben.
Nicht trinken!
Im untersuchten Regenwasser waren so gut wie keine Mineralien und Salze enthalten. Beim Trinken könnte dies langfristig zu einer leichten De-Mineralisierung des Körpers führen. Auch eine Trübung durch Feststoffe, nicht mit dem Auge sichtbar, aber jenseits der Grenzwerte für Trinkwasser, wird gemessen. Das heißt: Das Regenwasser kommt auch nach Wochen Dauerregen in keinem der gemessenen Parameter an die Trinkwasserqualität heran, dürfte so also kein Wasserwerk verlassen. Das Fazit von Frank Brille, dem Leiter der Analytik im Bergischen Wasserlabor, fällt entsprechend deutlich aus: "Nicht trinken!"
Der ultimative Geschmackstest
Doch wollte, musste Reporter Kläuser noch den ultimativen Geschmackstest machen: Das Regenwasser schmeckt im direkten Vergleich mit Wuppertaler Leitungswasser (aus der Großen Dhünntalsperre) wirklich nicht gut: fad, langweilig, flach, flach und muffig.
Stand: 17.07.2012, 15.58 Uhr
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