Unfall in Düsseldorf Güterzüge zerrissen Linienbus

Zwei Güterzüge haben an einem Bahnübergang in Düsseldorf einen liegengebliebenen Linienbus erfasst und regelrecht zerrissen. Ein Großteil der Aufräumarbeiten am Unfallort ist inzwischen abgeschlossen.


Ein roter Güterzug liegt am Grund einer Böschung in den Trümmern einer völlig verwüsteten Kleingartenlaube

Der Unfall hatte sich am Mittwochabend (19.12.2012) ereignet. Ein Bus der Linie 721 war auf einem Bahnübergang in Düsseldorf liegengeblieben, Minuten später erfassten zwei fast gleichzeitig nahende Güterzüge den Bus und zermalmten ihn. Der Busfahrer konnte sich und drei Fahrgäste retten. Die beiden Lokführer standen nach dem Unfall unter Schock und mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

Bahnunfall in Düsseldorf Video Großer Sachschaden nach schwerem Güterzugunfall (03:17 Min.) WDR aktuell vom 20.12.2012

Großer Sachschaden nach schwerem Güterzugunfall

Über hunderte von Metern Trümmerteile


Der Gelenkbus war beim Überqueren des Bahnübergangs wegen eines technischen Defekts auf den Schienen stehengeblieben und nicht mehr angesprungen. Nur kurze Zeit später kam es zum Unfall: Der erste Güterzug habe den Bus gerammt und auf ein anderes Gleis geschoben, so die Polizeiangaben. Dort sei ein entgegenkommender Güterzug in den Bus gefahren. Dabei sei dieser zwischen die beiden Züge geraten und in mehrere Teile gerissen worden. Ein Zug war auf der reinen Güterzugstrecke mit zwei Loks unterwegs. Insgesamt entgleisten alle drei Lokomotiven und vier Waggons. Über mehrere hundert Meter verteilt lagen Scherben und Trümmerteile. Eine der Lokomotiven rutschte eine Böschung hinab und landete in einer Kleingartensiedlung. Ein unbewohntes Gartenhaus wurde zerstört.

Aufräumarbeiten bis zum Wochenende


Die beiden verunglückten Züge hatten nach Angaben der Einsatzkräfte Gefahrgut geladen. Dazu gehörten Butangas, Propangas und Kohlenwasserstoff, hieß es von der Bundespolizei. Laut Polizei trat keiner der Stoffe aus. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Polizei sicherte die Unfallstelle und begann mit der Spurensuche sowie den Ermittlungen zum Unfallhergang. Der Bahn sei mindestens ein Schaden im sechsstelligen Bereich entstanden, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Strecke, die nur für den Güterverkehr genutzt werde, bleibe bis Ende des Jahres gesperrt. Unter anderem seien rund 400 Meter der Oberleitung beschädigt worden.


Stand: 20.12.2012, 19.30 Uhr